Kindergarten Ebstorf: Eltern beschweren sich über Schließung in den Sommerferien

Ärger um Betreuungszeiten

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Im Sommer des kommenden Jahres müssen die Kleinen im DRK-Kindergarten für drei Wochen ihre Füße stillhalten. Dann wird die Einrichtung für den Zeitraum geschlossen.

Ebstorf. Im Ebstorfer DRK-Kindergarten hängt der Haussegen schief. Im kommenden Jahr wird der Kindergarten 24 Tage schließen – so wie in es die Richtlinien, die allen Eltern vorliegen, vorsehen.

Die Verteilung der Tage, in denen die Kindertagesstätte geschlossen bleibt, treibt jedoch einigen Eltern die Zornesfalten auf die Stirn. Während die Erzieher bisher vier Tage vor Ostern und zwei Wochen in den Sommerferien ihre Auszeit nahmen, ist für das kommende Jahr vorgesehen, drei Wochen im Sommer zu schließen – ein Plan, den die Mütter und Väter um Elternsprecher Frank Ziggel für nicht vertretbar halten. „Schon im Vorfeld ergab sich aus einer Umfrage der Elternschaft der Bedarf einer durchgehenden Betreuung der Kinder während der Sommerferien“, argumentieren die Eltern in einem Schreiben an die Verwaltung des Klosterfleckens Ebstorf und das DRK, das den Kindergarten betreibt. Drei Wochen am Stück sei es schwierig, eine Ersatzbetreuung zu organisieren, Urlaub würde den wenigsten über eine solche Zeitspanne genehmigt. Doch nicht nur die Schließzeit an sich und der damit verbundene logistische Aufwand ärgert die Eltern – sie befürchten negative Auswirkungen auf ihre Zöglinge: Für die „Entfaltung der Fähigkeiten und Fertigkeiten“ der Kinder seien „Ruhe und Stetigkeit im Tagesablauf“ wichtig.

Der Kompromissvorschlag des DRK: Eine Notgruppe könnte zumindest in einer der drei Schließwochen eingerichtet werden – allerdings gegen zusätzliche Bezahlung über den Kindergartenbeitrag hinaus. „Das ist ein Entgegenkommen des Kindergartens, zu dem die Einrichtung nicht verpflichtet ist. Das Angebot entspricht auch der Verwaltungsmeinung“, betont Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf. Wie tief die Eltern für die Betreuung ihrer Jüngsten in der Notgruppe in die Tasche greifen müssen, will der Verwaltungschef nicht verraten – nur so viel: Er finde es „sehr preiswert“.

Der Konflikt im Kindergarten soll der Politik des Klosterfleckens vorgelegt und im entsprechenden Gremium diskutiert werden. „Wie es weitergeht ist eine politische Entscheidung“, betont Oelstorf. „Grundsätzlich wollen wir als familienfreundliche Kommune für die Eltern die höchst mögliche Flexibilität anbieten, aber irgendwo sind auch Grenzen. Auf alle individuellen Wünsche kann man nicht eingehen.“ Zudem steckt die Gemeinde in einem engen finanziellen Korsett: Der Zukunftsvertrag, der im Zuge der Fusion der ehemaligen Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Ebstorf abgeschlossen wurde, verbiete dem Flecken zusätzliche Ausgaben durch freiwillige Leistungen.

Bei einer Elternversammlung im DRK-Haus in Ebstorf erreichte die Stimmung den Siedepunkt. „Man hat uns eine Notgruppe angeboten, wofür wir separat zahlen müsssen. Das regt uns Eltern auf“, sagt Elternsprecher Frank Ziggel. „Wir zahlen schon genug hohe Beiträge für die Kinderbetreuung“, ist eine Mutter verärgert. Sie wie auch viele andere Eltern hoffen, dass „wir gehört werden“. „Häufig haben wir das Gefühl, dass wir mit unseren Argumenten auf taube Ohren stoßen. Es muss ein Umdenken geschehen“, so das Echo.

Von Volker Althoff und Wiebke Brütt

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