Von der A39 durchs Kurgebiet?

Bad Bevensen/Bienenbüttel - Von Ines Bräutigam. Der Dachverband der Bürgerinitiativen gegen die A39 empfindet es als "neuen Gipfel der perspektivlosen Schieberei von A-39-Varianten".

Für Dieter Holzenkämpfer ist es nichts weiter als "ein Entgegennehmen von Informationen". Denn der Bienenbütteler Bürgermeister habe von seinem Bevenser Amtskollegen, Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski, lediglich "zur Kenntnis genommen", dass man in der Kurstadt überlege, eine Verlegung der Anschlussstelle (AS) der A39, die laut Vorzugsvariante zwischen Altenmedingen und Secklendorf vorgesehen ist, in Richtung Norden – also in Richtung Bienenbüttel – zu erreichen. Hintergrund für diese Überlegungen: Die Bevenser befürchten, dass mit einer AS bei Altenmedingen der Zubringerverkehr durch das Kurgebiet fließen würde. Deshalb sollte auf diese AS verzichtet werden und stattdessen sämtlicher Zubringerverkehr nur über die AS Römstedt laufen. Von hier aus solle eine neue Straße nach Röbbel geschaffen werden, damit der Verkehr über die Landesstraße 252 in die Kurstadt geleitet werden kann – etwas abseits vom Kurgebiet. In einem verwaltungsinternen Vermerk (der auch der AZ vorliegt) hat Dieter Holzenkämpfer festgehalten, dass er über diese Pläne unterrichtet worden sei. Von Beratungen zwischen den beiden Verwaltungschefs über diese Bevenser Pläne, wie es Eckehard Niemann, Pressesprecher der Dachverbandes, formuliert, könne aber keine Rede sein. "Da ist nichts beraten oder gekungelt worden", betont Holzenkämpfer, der damit Eckehard Niemanns Vorwurf der "perspektivlosen Sankt-Florians-Schieberei in Hinterzimmern" energisch zurückweist. Genau das tat auch sein Bevenser Amtskollege Knut Markuszewski gestern Abend in der Sitzung des Bevenser Bauausschusses. Mit einer Verschiebung der AS gen Norden befürchten die Autobahngegner eine Zunahme des Verkehrs in und um Bienenbüttel. Eine Befürchtung, die Dieter Holzenkämpfer persönlich allerdings nicht nachvollziehen kann. Ob bei Edendorf, Hohnstorf oder Wulfstorf – "über solche Anschlussstellen würde nur der reine Zielverkehr nach Bienenbüttel führen". Das sei aber seine persönliche Auffassung, beraten und entscheiden müssten letztendlich die Politiker. Gestern Abend beriet der Bevenser Bauausschuss die Pläne. Hier betonte Markuszewski, dass es guter Brauch sei, sich mit anderen Verwaltungschefs auszutauschen, und wies den Vorwurf von Schiebereien weit von sich. Am kommenden Donnerstag, 1. Juni, wird der Bevenser Stadtrat zum Raumordnungsverfahren der A39 Stellung nehmen. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Kurhaus. Der Bienenbütteler Bauausschuss wird am 15. Juni zu diesem Thema tagen. Erschienen: 30.05.2006: AZ / 124 / Seite:6

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