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Drehleitern im Sturm-Einsatz: Bäume und Dachpfannen stürzen zu Boden

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Von: Lars Becker

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Dieser etwa 20 Meter hohe Baum drohte am Sonnabend gegen 21.40 Uhr in Pieperhöfen auf ein Hausdach zu stürzen. 90 Minuten später war die Gefahr gebannt.
Dieser etwa 20 Meter hohe Baum drohte am Sonnabend gegen 21.40 Uhr in Pieperhöfen auf ein Hausdach zu stürzen. 90 Minuten später war die Gefahr gebannt. © Feuerwehr Uelzen

Umgestürzte Bäume, herabfallende Dachziegel, umherfliegende Gegenstände: Das Sturmtief „Nadia“ hat am Sonnabend und Sonntag zum Teil orkanartige Böen auch in den Landkreis Uelzen gebracht. Die Feuerwehren und die Polizei mussten entsprechend häufig ausrücken, um Gefahrenstellen zu beseitigen oder abzusichern. Wichtigste Nachricht: In allen Fällen kamen keine Personen zu Schaden.

Uelzen/Landkreis - Ein Sprecher der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle erklärte am Sonntag auf Anfrage der AZ, dass es kreisweit Dutzende Einsätze gegeben habe: „Wir hatten tatsächlich gut zu tun.“ Verletzt wurde aber niemand.

Am Nachmittag beruhigte sich die Lage allmählich: Offene Einsätze, die noch abzuarbeiten waren, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Die Wehren in der Hansestadt Uelzen und in der Gemeinde Bienenbüttel mussten insgesamt zwölf Mal sturmbedingt ausrücken.

20 Meter hoher Baum drohte auf Haus zu stürzen

Bis Sonntagnachmittag mussten die Feuerwehren der Hansestadt Uelzen insgesamt acht sturmbedingte Einsätze im Stadtgebiet abarbeiten. „Dabei waren meistens Bäume umgefallen oder Äste abgebrochen – etwa in Oldenstadt, Molzen, Holdenstedt oder Groß Liedern. Drei Einsätze waren dann aber doch besonders“, sagte Pressesprecher Christoph Paul im AZ-Gespräch.

Am Sonnabend gegen 21.40 Uhr wurden demnach die Feuerwehren Oldenstadt und Uelzen zu einem Hilfeleistungseinsatz in den Ortsteil Pieperhöfen alarmiert. Aufgrund des Sturmes drohte dort ein circa 20 Meter hoher Nadelbaum auf ein angrenzendes Wohnhaus zu fallen.

Arbeiten kurzfristig werden stärkeren Sturms unterbrochen

Nach der Erkundung der Gefahrenstelle durch Einsatzleiter Markus Ebers und Torsten Strauer als Brandmeister vom Dienst wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und der Baum Stück für Stück zurückgeschnitten. „Kurzzeitig mussten die Arbeiten wegen des wieder stärker werdenden Sturms unterbrochen werden. Gegen 23.10 Uhr war der Einsatz für die ehrenamtlichen Brandschützer beendet“, so Christoph Paul.

Die Feuerwehrkräfte waren gerade wieder auf dem Weg nach Hause, als erneut die Funkmeldeempfänger auslösten: Im Bereich der St. Marien-Kirche fielen Dachziegel zu Boden, welche sich durch den Sturm gelöst hatten.

Teile des Kirchenvorplatzes von St. Marien abgesperrt

„Die Erkundung ergab, dass von der Kirche selbst lediglich eine Firstpfanne abgefallen war. Im direkten Umkreis wurden an mehreren privaten Gebäuden deutliche Schäden im Dachbereich festgestellt. Mit beiden Drehleitern wurden die Dächer begutachtet und etwaige, schon abgefallene Ziegel geborgen. Parallel wurde der Bereitschaftsdienst der Betrieblichen Dienste der Hansestadt Uelzen angefordert, um Teile des Kirchvorplatzes und der Fußgängerzone abzusperren“, so der Feuerwehr-Sprecher. Die Sicherung der Dächer übernahmen im Anschluss Fachfirmen.

Gestern Vormittag dann wurden noch die Feuerwehren Groß Liedern und Uelzen alarmiert: Auf einer Scheune hatten sich Teile des Wellblechdaches gelöst und drohten herabzustürzen. „Durch die Feuerwehren wurden die gelösten Teile entfernt und die restlichen Elemente gesichert“, so Christoph Paul.

Das waren die vier Einsatz-Orte in Bienenbüttel

Sturmtief Nadia sorgte in der Nacht auf Sonntag auch in der Einheitsgemeinde Bienenbüttel für umgestürzte Bäume und Feuerwehr-Einsätze: An der Niendorfer Straße im Bereich der Ilmenauhalle war ein Baum auf das dortige Buswartehäuschen gefallen. Im Ortsteil Wichmannsburg ragten Äste auf die Fahrbahn, auf der K1 musste ein Baum beseitigt werden und auch im Bereich Steddorf versperrte ein Baum die Hauptstraße K20. In allen Fällen kam es zu keinen Personenschäden.

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