De Dörpsschool

Hüt striet se sick de Politiker öwer de Schoolsysteme. Wär dat nich schön domals mit de olen Dörpsschoolen? Wenn man söß Johr old wär möß man na School. De Wihnachtsmann har een Tornüster brocht. Dorto köm denn noch eene Schieferntafel und een Tafelstickenkasten mit „Griffel.

“ Wer weet hüt öwerhaupt noch wat een Griffel is? Dormit könn man up de Schiefertafel schrieben.

Ut dan Tornister hängen buten rut, een Schwamm und Wischdook. Har man wat verkehrt schreeben, denn könn man dat mit dan Schwamm und Wischdook affwischen. Wär de Schwamm to Huus nich natt makt, spucken de Kinner eenfach up de Tafel, den güng dat ok.

Wenn man hüt bedenkt wat sik alles verändert hett. Kannst gornich denken, noch vör 70 Johr har jede Bank noch een Dintenfatt. Eerst mösst du mit dan „Fedderholer“ instippen, süss könnst du gornich schrieben. Harst du deep instippt gäw dat een Pleck in Heft. Dan könn’st mit eenen „Löschblatt“ gornich wechkriegen. Wer kennt hüt noch, „Dintenfatt,“ wer dan „Fedderholer“ wo een Stahlfedder rinset wör. „Bleefedder,“ „Bleestift ward aff und an noch seggt.

Denn köm de de „Tintenkuli,“ und Kugelschrieber. Je, und hüt, hebbt se all, ton Deel mit söß Johr een Laptop, een Notebook und könnt dor all mit ümgahn.

Nich nur dat man fröher een Tornister brök, wenn man na School köm, wichtig wär je de Bodderbrotstasch. Fein geschmeerte Bodderbrote, de Mama upschmeert har wärn dor in, de man in de Pausen äten könn.

Een Jung har mal sien Bodderbrotstasch vergetten. Do hett de Froo von Schoolmeister em een schön Lewerwostbrot upschmeert. De Jung aber hett dat nich upäten. „Wilhelm,“ fög de Lehrer, „warum isst du das Brot nicht?“ Do antwort em de Lütt Jung: „Lewerwostbrot mag ich, aber dor is je Bodder ünnerscheert und uns Mamma seggt ümmer dat is to „rief“ (zu fett, zu viel, verschwenderisch), dat gehört sik nich.

Natürlich wärn de Pausen vör uns dat Wichtigste, Bodderbrot äten und speelen.

Weil alle Johrgänge tohoppen, in een Klass bi de Lüttgen Scholen säten, möken wie ok tohopen Pause.

De Lehrer güng na sien Froo in de Köök und mök dor Fröhstück.

Har doch domals eener von de „Groden,“ in de Pause mal an de Tafel schräben „Unser Lehrer ist ein Esel.“

Wie nu de Schoolmeister in de Klass trüch kummt und dat läsen dä, wär natürlich kloor wat kommen möß. „Wer war das, raus mit der Sprache.“ Keener verrad dat wer dat makt har, alle ducken sick. „Ich krieg das noch raus, ich lass euch Nachsitzen.“

Aber keener sä wat, de meisten wüssen je ok nich wer dat west is. „Wischt mal schnell die Tafel ab. Ich kann mir schon denken wer das war,“ meen de Lehrer; „das kann doch nur Emil der Dummkopf gewesen sein, nu raus mit der Sprache,“ schimpt de Lehrer.

Emil kräg eenen roden Kopp und sä up Platt: Herr Lehrer ik, ick binn dat bestimmt nich west, dat kann ik beschwören, ich heff doch gornich wüst, dat du een Esel bist.”

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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