„Die A 14 braucht kein Mensch“

Sie saßen auf dem Podium (v. l.): Uwe Harms (CDU), Dorothea Frederking (Grüne), BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf, Jürgen Barth (SPD) und André Lüderitz (Linke).

Estedt - Von Stefan Schmidt. Es ging um die B 71. Und um die  A-14-Nordverlängerung sowie um die übrigen Bundesstraßen in der Altmark. Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) hatte am Donnerstagabend zu einer Podiumsdiskussion nach Estedt eingeladen.

Die Resonanz war mit nur etwa 30 Zuhörern eher mäßig. Und auch die Argumente hatte man fast überall schon mal gehört. Der BUND hatte am Donnerstagabend nach Estedt eingeladen, um mit Landespolitikern über die Verkehrsprobleme in der Altmark zu sprechen. Mit dabei waren die Landtagsabgeordneten Uwe Harms (CDU, Klötze), Jürgen Barth (SPD, Lockstedt), André Lüderitz (Linke, Ilsenburg) und das Grünen-Landesvorstandsmitglied Dorothea Frederking (Magdeburg). Moderiert wurde der Abend von BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf.

Zutage kamen dabei höchst unterschiedliche Ansichten. Zum Beispiel über den Bau der A-14-Nordverlängerung durch den Landkreis Stendal. Lüderitz sprach sich stattdessen für den vierspurigen Ausbau der bestehenden B 189 nach dem Vorbild der B 6n, der so genannten „Nordharz-Autobahn“, aus. Vorteile: Weniger Kosten, weniger Flächen und mehr Abfahrten. Denn wenn es in der Altmark, wie geplant, nur etwa alle 15 Kilometer eine A-14-Abfahrt geben würde, so Lüderitz, „dann profitieren nur ganz wenige Orte von dieser Autobahn.“

Dorothea Frederking ist komplett für einen Verzicht auf die neue A 14. Diese Autobahn sei „nicht gut fürs Klima“. Und sie prognostizierte sogar, dass der Lkw- und Pkw-Verkehr in Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2025 zurückgehen werde. Deshalb sei ein Autobahnbau überflüssig. Mehr noch: Durch den Bau der A 14 würde der Pendelverkehr steigen, Unternehmen würden sogar weggehen und sich nicht etwa neu ansiedeln, so die Grünen-Politikerin.

Zustimmung erhielt sie von Berges Ratsmitglied Paul Berlin, der sich eher für den Ausbau der B 71 aussprach. „Die A 14 braucht kein Mensch“, sagte er. Und Holger Göbel von der Estedter Bürgerinitiative wunderte sich, dass die A 14, die es zwischen Schwerin und Wismar bereits gebe, dort kaum genutzt werde. „Was wollen wir eigentlich in Wismar?“, fragte er ebenfalls nach dem Sinn dieses Projekts.

Als Jürgen Barth anmerkte, die hiesige Wirtschaft fordere den Bau der A 14, wurde er im Saal der Lüge bezichtigt. Und auch Uwe Harms, ein Befürworter der A 14 („Auch ich wohne in einem Haus, das wegen der Lkw gelegentlich wackelt“), erhielt Gegenwind.

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