Uelzens Forstamtsleiter Armin Menge warnt

Deshalb ist das Waldbrandrisiko gerade jetzt so enorm hoch

Die Feuerwehr Marsberg musste am frühen Sonntagmorgen einen ersten Waldbrand in Essentho löschen.
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Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder ein offenes Feuer kann im Wald schnell verheerende Folgen haben – vor allem auch noch im April, so lange der Waldboden noch von trockenen Nadeln und Blättern bedeckt ist.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Wenn man auch in diesen kalten Frühjahrstagen nicht unbedingt daran denkt, so sind die Monate März und April doch geprägt von einem vergleichsweise sehr hohem Waldbrandrisiko. Warum ist das so?

Uelzen/Landkreis – „In manchen Jahren hat es in dieser Zeit deutlich mehr Waldbrände gegeben als in heißen Sommermonaten“, erklärt Forstamtsleiter Armin Menge, der Kreiswaldbrandbeauftragte des Landkreises Uelzen.

Der Grund dafür liege auf der Hand: „Die Vegetation ist noch nicht so recht aus dem Winterschlaf erwacht – Blattaustrieb und die Entwicklung der Bodenvegetation lassen noch auf sich warten. Saftiges Grün ist noch Mangelware. So finden wir in unseren Wäldern bis Ende April fast ausschließlich trockene Nadel- und Blattstreu von Laubabfall des Vorjahres am Boden. Zusammen mit längeren Sonnentagen und leichtem Wind eine gefährliche Ausgangssituation“, weiß Menge. Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe könne hier im wahrsten Sinne des Wortes „zündenden Erfolg“ haben.

Trockenheit und Wind als Problem

Eben aufgrund dieses hohen Gefährdungspotentials habe der Gesetzgeber Regelungen zum Rauchen und zum Umgang mit Feuer im Wald getroffen. Im „Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung“ sei im Paragraf 35 deshalb geregelt, dass das Rauchen und Anlegen offener Feuer im Wald vom 1. März an bis zum 31. Oktober grundsätzlich untersagt sei. Das Grillen sei nur an eigens dafür vom Grundeigentümer vorgesehenen und eingerichteten Plätzen erlaubt.

„Angesichts des Klimawandels erlangen diese Regelungen noch mehr Bedeutung. Denn wir werden in Zukunft mit mehr trockenen Sommern und geringeren Niederschlägen, schneller wechselnden Wetterlagen und damit mehr Wind zu rechnen haben. Allesamt Faktoren, die die Entstehung von Waldbränden begünstigen“, will Forstamtsleiter Armin Menge für diesen Umstand und die Gefahren sensibilisieren.

Gerade die Lüneburger Heide ist statistisch gesehen eine der waldbrandgefährdetsten Regionen Deutschlands. Schmerzliche Erfahrungen aus der Vergangenheit – wie etwa die große Waldbrandkatastrophe 1976 in der Heide – bestätigen dies. „Deshalb sollten wir alle dazu beitragen, Waldbrände durch unser umsichtiges Verhalten weitestgehend zu vermeiden. Rauchen Sie also bitte grundsätzlich nicht im Wald bei ihren Spaziergängen, machen Sie bitte keine offenen Feuer auf dem Waldboden und Grillen Sie ihre saftigen Steaks ausschließlich auf dafür vorgesehenen Plätzen und Einrichtungen. Kippen Sie dabei bitte auf keinen Fall die vermeintlich ausgeglühte Grillkohle auf dem Waldboden aus, sondern belassen sie diese in den Grilleinrichtungen und vergewissern Sie sich vor Verlassen des Grillplatze, dass die Kohle vollständig ausgeglüht ist“, bringt es Menge auf den Punkt.

„Wälder haben täglich geöffnet“

Wer bei einem Waldbesuch Feuer oder aber auch Rauch bemerkt, sollte umgehend die Notrufnummer 112 wählen. „Unsere Wälder haben täglich für uns geöffnet und verwöhnen uns mit kostenlosem Naturgenuss, Entspannung und Erholung; auch in Corona-Zeiten. Wir sollten es der Natur mit unserem Verhalten danken“, so der Forstamtsleiter.

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