„Der Teufel kommt . . .

. . . nicht selbst, er schickt uns seine Dämonen!“ Die Grabesstimme drang aus der Dun- kelheit und klang furchterregend. Uhlenköper schreckte im Bett aus dem Halbschlaf hoch, als er die düsteren Worte hörte.

Ein ängstlicher Blick auf den Radiowecker: Es war 6.55 Uhr morgens. Wirre Gedanken schossen ihm durch den Kopf: Waren des Teufels Dämonen jetzt gekommen, um ihn zu holen und für seine Sünden im Fegefeuer schmoren zu lassen? Mal ganz langsam, beruhigte sich der Uhlenköper: Statt im Höllenfeuer lag er friedlich in seinem Bett, Alkohol hatte er am Abend zuvor auch nicht getrunken und schlimme Sünden fielen ihm spontan ebenfalls nicht ein. Gerade als er sich wieder beruhigt hatte, erklang die gruselige Stimme erneut: „Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, hilft nur beten, beten, beten!“ Jetzt dämmerte es dem Uhlenköper endlich: Jene Worte aus der Finsternis stammten nicht etwa von den Gesandten Luzifers, sondern von einem ziemlich schrägen Geistlichen bei seiner Morgenandacht im Radio, das sich jeden Tag um 6.55 Uhr einschaltete. Vielleicht sollte er künftig den automatischen Weck-Modus abstellen, überlegte sich der verschreckte Uhlenköper.

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