Deerberg legt im Corona-Jahr ein Umsatzplus von 27 Prozent hin

Kundinnen lieben Kataloge

Modeaufnahme bei Deerberg
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Modeaufnahme im Marketing von Deerberg. Der Velgener Versandhandel erreichte im Corona-Jahr 2020 fast das Ergebnis aus den besten Zeiten des Unternehmens.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Die Krise beim Versandhändler Deerberg scheint endgültig überwunden. Nach Jahren schrumpfenden Geschäfts und einem Personalabbau von früher einmal 500 Mitarbeitern auf heute 275 Beschäftigte steigen die Umsätze wieder steil an.

Velgen – Obwohl das Velgener Unternehmen seine bundesweit acht Geschäfte coronabedingt über Monate schließen musste, verzeichnete es ein Umsatzplus von 27 Prozent, im während der Pandemie boomenden Onlinehandel waren es sogar 39 Prozent – deutlich mehr als im Marktdurchschnitt (13 Prozent). Diese Zahlen gab das Unternehmen gestern bekannt.

Lars Buschbom , Geschäftsführer, sieht Deerberg weiter auf Wachstumskurs

Mit einem Jahresumsatz von 54 Millionen Euro – und damit erstmals wieder einem positiven Ergebnis – sei man nicht mehr weit entfernt von den besten Zeiten von Deerberg, sagt Lars Buschbom, der das Unternehmen zusammen mit Andreas Buchholz führt. „Und wir sind zuversichtlich, dass wir trotz der coronabedingten Schließung weiter wachsen.“ Firmengründer Stefan Deerberg hat sich nach der erfolgreichen Neuausrichtung im Dezember ein zweites Mal zurückgezogen. Er bleibt Deerberg jedoch als Vorsitzender des Beirats erhalten.

Unsere Zielgruppe sind Frauen ab 40, die sich wohlfühlen wollen, lebensfrohe Mode und Qualität tragen wollen, die auch bunt sein kann.

Lars Buschbom, Geschäftsführer

Das Wachstum ist die Konsequenz des vor anderthalb Jahren begonnenen Unternehmensumbaus in Marketing, Vertrieb und Sortiment. So habe man das Kernsortiment im Bereich nachhaltige Damenoberbekleidung, Schuhe und Accessoires umgebaut und konsequenter auf die Zielgruppe ausgerichtet. „Unsere Zielgruppe sind Frauen ab 40, die sich wohlfühlen wollen, lebensfrohe Mode und Qualität tragen wollen, die auch bunt sein kann“, erklärt Geschäftsführer Buschbom. Ihnen werden nun aber etwa auch Wohntextilien angeboten.

Während Deerberg auf der einen Seite vom Online-Boom in der Pandemie profitiert hat, wurde auch die Auflage der Kataloge erhöht. „Die Kundinnen mögen einen Katalog in der Hand halten“, stellt Buschbom fest. Gleichzeitig habe man die Gestaltung verändert. Analog und digital vermische sich dabei. So bestellen die Kundinnen Ware aus dem Katalog im Internet. Aber auch die Zahl der Anruferinnen im Callcenter ist gestiegen.

Das Unternehmen legt Wert auf Umwelt, Fairness und Sozialverträglichkeit

Das Unternehmen legt Wert auf Umwelt, Fairness und Sozialverträglichkeit. So sei Deerberg mittlerweile klimaneutral. Die nicht vermeidbaren Emissionen werden laut Buschbom durch Beteiligung an Projekten in den Bereichen Solarkocher, Biomasse sowie Moorpflege ausgeglichen. Mit den Lieferanten in europäischen Ländern und der Türkei habe man gemeinsame Lösungen für nicht benötigte Ware gefunden. Die Mitarbeiter erhielten nach Jahren ohne Lohnzuwachs zum Jahresende 2020 eine Einmalzahlung.

Zusätzliche Mitarbeiter

Aufgrund des Wachstums will Deerberg auch wieder Mitarbeiter einstellen. Geschäftsführer Buschbom rechnet mit einem zusätzlichen Personalbedarf im niedrigen zweistelligen Bereich, und zwar nicht nur in der Logistik, die im Lüneburger Gewerbegebiet Ost angesiedelt ist, sondern auch in Marketing und Einkauf.

Zum Standort Velgen gibt Buschbom ein klares Bekenntnis ab. Der Laden dort läuft sehr gut. Wenn allerdings aufgrund steigender Mitarbeiterzahlen Platz geschaffen werden müsse, dann wegen der Verkehrsanbindung in Lüneburg.

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