Debatte über Engpässe erwartet

Entsteht hier, zwischen Glüsingen und Kanal, eine Anschlussstelle?

Von Holger BodenWittingen. Mit gemischten Gefühlen ist die Vorzugsvariante der A39 im Wittinger Stadtgebiet aufgenommen worden. Während zum einen auf wirtschaftliche Impulse durch eine direkte Anbindung des Hafens gehofft wird, sind andererseits Diskussionen über den Streckenverlauf in der Nähe einiger Dörfer und Einzelgehöfte zu erwarten.

Stadtbürgermeister Karl Ridder begrüßte gestern grundsätzlich die Tatsache, dass die von den Planern favorisierte Trasse eine Abfahrt "Wittingen-Hafen" vorsieht. Auch wenn dies gar nicht einmal den eigentlichen Vorstellungen des Stadtrates entspricht — denn der hatte sich in einer Resolution eigentlich für eine östlichere Variante ausgesprochen. In demselben Papier hatten die Stadtväter (wie auch die Samtgemeinde Hankensbüttel) zudem gefordert, dass die Querspange bei Wittingen und Hankensbüttel verlaufen solle. Dieser Wunsch wird nun ebenfalls nicht erfüllt, falls die Vorzugsvariante realisiert wird, denn die Querspange soll zwischen Breitenhees und Schafwedel gebaut werden.

In Ridders Augen ist ein Vorteil der Vorzugsvariante, dass ein Teilstück der Autobahn direkt am Kanal verlaufen soll: "Dort ist der landschaftliche Einschnitt durch den Kanal bereits erfolgt, das könnte weniger Betroffenheit auslösen."

Mit der am Dienstag vorgestellten Planung hätten die Orte im östlichen und südöstlichen Stadtgebiet — also zwischen Lüben und Radenbeck — die A39 nicht mehr unmittelbar vor der "Haustür". Dafür sind nun andere Dörfer betroffen — und Ridder sieht dort auch bereits einige "Juckepunkte", zu denen Diskussionen zu erwarten sein dürften.

So verläuft die Trasse dicht an Glüsingen und den beiden Siedlungen Hahnenberg und Mannhagen, wo die A39 unmittelbar an einem Einzelgehöft vorbeiführen soll. Vergleichsweise nah an der Trasse liegen auch Eutzen und Kakerbeck — und die Stackmannsmühle und die Baumgartenmühle zwischen Hagen und Knesebeck: "Da geht es sehr eng zu", analysiert Ridder.

Abzuwarten bleibt, wie die jeweils betroffenen Einwohner reagieren (siehe auch Kasten). Im Rathaus wird man jedenfalls genau hinschauen, wie die Details zu diesen "Engpässen" in den Planungsunterlagen aussehen. Fest steht: Die Stadt kann, wenn ihr einzelne Planungsaspekte nicht gefallen, bis zum 30. Juni eine entsprechende Stellungnahme im Rahmen des Raumordnungsverfahrens abgeben — wie jeder Bürger auch. Ein Vetorecht allerdings hat die Kommune nicht.

Die Aussicht auf eine Autobahnabfahrt wird nun die Diskussionen um eine Hafenerweiterung beleben. Allerdings werden nicht gleich die Baumaschinen anrollen — denn erstens gilt abzuwarten, ob am Ende auch tatsächlich die Vorzugsvariante zum Zuge kommt, und zweitens will man in Wittingen erst die fertige Studie zur Stadtentwicklung (das IK berichtete) vorliegen haben.

Erschienen: 30.03.2006: IK / az / Seite:3

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