1. az-online.de
  2. Uelzen

Das sind die Vorgaben für ein stilles Silvester im Landkreis Uelzen

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Ein Feuerwerk etwa über dem Herzogenplatz wird es auch diesmal zum Jahreswechsel nicht geben.
Ein Feuerwerk etwa über dem Herzogenplatz wird es auch diesmal zum Jahreswechsel nicht geben. © Marud, Arek

Ein weiterer Jahreswechsel steht in der Pandemie an. Der Verkauf von Feuerwerksraketen und Böllern ist verboten. Wer noch welche besitzt, darf sie an bestimmten Orten in Stadt und Landkreis Uelzen nicht abfeuern. Auch gibt es Auflagen, mit wie vielen Menschen gefeiert werden darf. Ein Überblick für die Region.

Uelzen/Landkreis – Der Countdown zum Jahreswechsel läuft. Er wird einmal mehr anders ausfallen. Mutmaßlich wieder stiller als in Vor-Corona-Zeiten. Fürs Bundesgebiet wurde ein Verkaufsverbot für Feuerwerksraketen und Böller erlassen. Wer noch welche besitzt, darf diese zwar abfeuern, aber nicht überall in Stadt und Landkreis Uelzen.

Das hiesige Gesundheitsamt hat eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach in den Städten Uelzen und Bad Bevensen auf bestimmten Plätzen und entlang von Straßen es an Silvester und am Neujahrstag nicht erlaubt ist, Feuerwerk zu zünden (siehe unten). Auch das Mitführen ist am 31. Dezember sowie am 1. Januar bis 7 Uhr morgens nicht gestattet.

Gruppenbildung soll verhindert werden

Das Gesundheitsamt verweist auf die aktuelle Verordnung des Landes Niedersachsen zum Infektionsschutz in der Corona-Pandemie als Grundlage für seine Vorgaben. Befürchtet wird, so ist es den Ausführungen des Landes zu entnehmen, dass das Abfeuern von Raketen an zentralen Orten Menschen zusammenkommen lasse, weswegen sich die Infektionsgefahren erhöhten.

Beim Mitführen von Feuerwerk werde erwartet, dass dieses auch genutzt werden solle, was die gleichen Effekte habe, die dem Infektionsschutz zuwiderliefen – zumal „der Alkoholkonsum in der Silvesternacht häufig zu herabgesetzten Hemmschwellen“ führe.

Böller-Verbote in Uelzen

- Veerßer Straße, von der Kreuzung

- Gudesstraße bis zur Einmündung Turmstraße

- Gudesstraße, von der Kreuzung Veerßer Straße bis zur Einmündung Rademacherstraße

- Lüneburger Straße, von der Kreuzung Gudesstraße bis zur Einmündung Doktorenstraße

- Schnellenmarkt

- Bahnhofstraße

- Gelände beziehungsweise die Parkflächen des Marktcenters

- Hammersteinplatz einschließlich Kapellengelände

In diese Richtung zielt auch das allgemeine bundesweite Verkaufsverbot. Wobei Kritiker erklären, dass sich dann womöglich Feuerwerkfans das entsprechende Material aus dem Ausland besorgen. Kai Richter, Sprecher der hiesigen Polizeiinspektion, mahnt aber zur Vorsicht. Nur zugelassenes Feuerwerk dürfe genutzt werden. Es könne zu Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz kommen. „Und dann bewegen wir uns schon im Bereich der Straftaten“, warnt Richter. Zudem könne es zu einer größeren Verletzungsgefahr kommen.

Letztes Jahr deutlich ruhiger in der Notaufnahme

Schon im vergangenen Jahr hatte es zu Silvester ein Verkaufsverbot von Feuerwerk gegeben, mit dem Ziel, Menschenansammlungen zu vermeiden und auch die Krankenhäuser in der Pandemie nicht noch durch Böller-Verletzte weiter zu belasten. In der Rückschau kann das Uelzener Helios Klinikum tatsächlich berichten, dass es beim letzten Silvester „deutlich ruhiger“ zuging in der Notaufnahme.

Böller-Verbote in Bad Bevensen

- Bahnhofstraße, vom Bahnhof bis zur Rathausstraße

- Rathausstraße, von der Bahnhofstraße bis zur Medinger Straße

- Lüneburger Straße, von der Medinger Straße bis zur Brückenstraße

- Brückenstraße, von der Lüneburger Straße bis zur Demminer Allee

- im Kurpark, zwischen Demminer Allee, Dahlenburger Straße, Kruschendamm und Ilmenau, einschließlich der Parkplätze

Laut Sprecherin Sonja Mengering habe man zwei Patienten wegen leichter Böllerverletzungen behandelt. Unter dem Niveau der Vorjahre hätten vor allem die Fälle von Alkoholvergiftungen und Verletzungen durch Schläge und Stürze gelegen. Trotz der jetzt wieder geltenden Vorgaben bereitet sich das Klinikum auf ein erhöhtes Patientenaufkommen vor, um gerüstet zu sein, falls Menschen beispielsweise alkoholisiert stolpern oder stürzen sollten.

Die Infektionsrisiken sollen auch erneut durch Vorgaben, mit wie vielen Menschen der Jahreswechsel gefeiert werden darf, minimiert werden. Hier unterscheidet das Land Niedersachsen zwischen Menschen, die ungeimpft sind, und solchen, die sich haben impfen lassen oder als genesen gelten. Wer ungeimpft ist, darf sich mit maximal zwei Personen aus einem anderen Haushalt treffen. Für den Fall, dass alle geimpft oder genesen sind, darf es zu Feiern mit bis zu zehn Menschen kommen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Die Polizei will präsent sein

Die Polizei kündigt an, in Stadt und Landkreis „präsent zu sein“, um die Regelungen zu den Kontaktbeschränkungen und Vorgaben zum Feuerwerk zu kontrollieren. „Wir werden jetzt nicht von Haustür zu Haustür gehen“, sagt Kai Richter. Aber punktuell werde geprüft, ob sich die Menschen an die Regeln halten. Dazu würden Kräfte entsprechend im Straßendienst eingesetzt. Im vergangenen Jahr löste die Polizei in Klein Bünstorf und Uelzen Partys auf, bei denen mehr Menschen als zulässig feierten.

Man wolle als Polizei wieder mit Augenmaß vorgehen, so Richter. Er verweist auf die Appelle von Virologen und Politikern, sich verantwortungsbewusst zu verhalten.

Auch interessant

Kommentare