Das sagt der Ärztliche Direktor des Klinikums

Corona-Sterbefälle im Landkreis Uelzen: Oft entscheiden Grunderkrankungen

Ein Mensch wird auf der Intensivstation beatmet.
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Die Zahl der Corona-Sterbefälle im Landkreis Uelzen ist zuletzt stark gestiegen. In den meisten Fällen spreche man davon, dass ein Patient im Zusammenhang mit und nicht an Covid-19 verstorben sei, betont Dr. Uli-Rüdiger Jahn, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Uelzen. Das Archivfoto zeigt die Beatmung eines Corona-Patienten auf einer Intensivstation.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stieg in den zurückliegenden Tagen abermals im Landkreis Uelzen an. Sie liegt jetzt bei 65. Seit vergangenem Freitag (12. Februar) sind zehn Infizierte verstorben. Neun von ihnen lebten in einem Alten- und Pflegeheim.

Uelzen – Was setzt den Menschen so zu, dass sie die Infektion nicht überleben? Die AZ bat das Helios Klinikum in Uelzen um eine Erläuterung. Der ärztliche Direktor Dr. Uli-Rüdiger Jahn erklärt, dass es sich in den meisten Fällen nicht eindeutig bestimmen lasse, woran ein Patient mit einer schweren SARS-CoV-2-Infektion letztendlich sterbe. „Nach den bisherigen Erfahrungen verläuft die Erkrankung bei jedem Patienten anders.“

Wesentlicher Punkt beim Krankheitsverlauf: Grunderkrankungen. „Dazu zählt ein vorgeschädigtes Herz genauso wie eine chronische Lungenerkrankung, Diabetes und chronische Gefäßerkrankungen. Auch eine Immunsuppression, eine Tumorerkrankung und ein höheres Lebensalter zählen zu den Risikofaktoren“, so Jahn.

Die meisten Patienten würden infolge einer Verschlechterung ihrer Grunderkrankung durch die Auswirkungen der SARS-CoV-2-Infektion auf ihren ohnehin bereits stark beeinträchtigten Gesundheitszustand sterben, sagt der Mediziner.

„im Zusammenhang mit und nicht an Covid-19 verstorben“

Wie bei vielen anderen systemischen Infektionen, bei denen der Krankheitserreger direkt in den Blutkreislauf oder die Lymphbahnen gerate und sich so über ganze Organsysteme oder im gesamten Organismus ausbreite, könne es durch eine SARS-CoV-2-Infektion zu Lungen-, Nieren-, Leber- und Herzversagen kommen. „Deshalb sprechen wir in den meisten Fällen davon, dass ein Patient im Zusammenhang mit und nicht an Covid-19 verstorben ist“, so Jahn weiter.

Dr. Uli-Rüdiger Jahn, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Uelzen, sagt: „Nach den bisherigen Erfahrungen verläuft die Erkrankung bei jedem Patienten anders.“

Es gebe aber auch Fälle, bei denen Covid-19 ohne vorerkrankte Organsysteme zum Tod führe. „Dann sterben die Patienten an Covid-19. Wie viele Patienten täglich an oder mit Covid-19 versterben, ist aktuell Gegenstand einer Untersuchung“, so Jahn. 34 Universitätskliniken tragen systematisch ihre Obduktionsergebnisse zusammen.

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