Integrative Einrichtung ist stetig gewachsen / Schüler kommen auch aus Uelzen

Container für die Oberschule Ebstorf

Schulentlassung der Oberschule Ebstorf
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Schulentlassung 2020 an der Oberschule Ebstorf. Die Schülerzahlen sind seit Jahren gewachsen. Zwei Jahrgänge sind bereits fünfzügig. Vier Container sollen Entlastung schaffen.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Die Oberschule Ebstorf ist auf 26 Klassen mit 529 Schülern angewachsen. Alle Räume sind belegt. Deshalb sollen zum neuen Schuljahr vier Container aufgebaut werden.

Ebstorf – Platz ist Mangelware an der Oberschule Ebstorf. Seit Jahren wachsen die Schülerzahlen. Waren es im Schuljahr 2017/18 noch 463 Kinder und Jugendliche, so sind es jetzt bereits 529 in 26 Klassen. Ein Gruppenraum und eine ehemalige Hausmeisterwohnung wurden umgebaut, um Platz für drei zusätzliche Klassen zu schaffen. Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Landkreis hat reagiert. Der Schulträger hat eine Ausschreibung für vier Klassencontainer gestartet, die direkt ans Gebäude fünf angeschlossen werden sollen. 200 000 Euro sind dafür vorgesehen.

Schulleiterin Heike Matthies, hier bei der Schulentlassung 2020, freut sich über die versprochenen vier Container.

„Wir haben schon andere Räume umgestaltet. Jetzt reicht es nicht mehr“, sagt Rektorin Heike Matthies. Inzwischen sind zwei Jahrgänge der 2012 aus der Hauptschule und der Realschule zusammengelegten Oberschule, die fünften und die zehnten Klassen, bereits fünfzügig. Der ehemalige Gruppenraum ist für eine normale Klassengröße zu klein. Die Schüler kommen nicht nur aus Ebstorf und Umgebung sowie Bienenbüttel. Allein rund 80 Jugendliche fahren von Uelzen nach Ebstorf.

Schüler lernen gemeinsam - das wünschen sich offenbar viele Eltern für ihre KInder

Den Grund für den starken Zulauf sieht die Schulleiterin im integrativen Konzept der Schule, das sich offenbar viele Eltern für ihre Kinder wünschen. Schüler auf Haupt- und Realschulniveau, auch solche mit Gymnasialempfehlung, lernen gemeinsam im Klassenverband. Der Wechsel von einem Leistungsniveau in ein anderes in den Fächern Mathe und Englisch, später auch Deutsch und Physik, ist leichter.

„Der Vorteil ist, dass ganz viele Kinder im G-Kurs anfangen und bis zur zehnten Klasse in den E-Kurs wechseln“, berichtet Heike Matthies. „Wir erklären uns das damit, dass sie immer zusammen gelernt haben.“ 134 Schüler mit Förderbedarf besuchen die einzige integrative Oberschule im Kreisgebiet.

Die Container sind gleichwertig mit einem Anbau.

Heike Matthies, Schulleiterin

Wegen der Raumknappheit begrüßt die Schulleiterin die Containerlösung, die zum Schuljahresbeginn im September zur Verfügung stehen soll. Ein Muster konnte sie bereits anschauen. „Kein Vergleich, was wir früher hatten: Im Sommer ist man erstickt, im Winter erfroren“, betont Heike Matthies. „Die Container sind gleichwertig mit einem Anbau. Damit kann man auch langfristig leben.“

Das ist allerdings gar nicht geplant. „Durch die mit den Containern verbundene zusätzliche Raumkapazität soll der Zeitraum bis zur Fertigstellung entsprechender Anbauten an das bestehende Schulgebäude überbrückt werden“, teilt Kreissprecher Martin Theine mit. Pläne für eine solche Baumaßnahme liegen nach seiner Auskunft noch nicht vor.

Schulleiterin Matthies denkt da schon mal weiter. „Wenn man schon umbaut, könnte man gleich an einigen Stellen aufstocken“, schlägt sie vor. Das Ziel wäre, jeweils einen Jahrgang zusammen auf einer Ebene unterzubringen, denn Unterricht läuft längst nicht mehr nur im Klassenraum, sondern klassenübergreifend. Die Türen stehen offen. Wenn die Jahrgänge zusammengefasst sind, können die Lehrer unter anderem auch die sogenannten Lernbüros auf dem Flur beaufsichtigen.

Eines ist Heike Matthies wichtig: „Wir wollen nicht so groß werden“, betont die Schulleiterin. „So ist es noch überschaubar. Ich kenne noch die Namen aller Schüler.“

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