Bad Bevenser befürchten erhöhtes Verkehrsaufkommen / Klagerecht durch Einzelverträge

A 39: Bürger formulieren Einwände

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Bad Bevensen. „Ich kann nicht verstehen, dass man einen Kurort so kaputt macht – das ist doch nicht möglich. “ Solveyg Ihle ist sichtlich gereizt.

Auf der Informationsveranstaltung der „Interessengemeinschaft zur A 39“ äußerte die Bewohnerin des Alten Mühlenwegs in Bad Bevensen ihre Bedenken um die geplante Autobahntrasse. Während der Bauphase erwarte sie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in der Kurstadt – besonders auf der Dahlenburger Straße. Gehbehinderten Anwohnern, befürchtet sie, würde das Überqueren der Verkehrsader erschwert. Und schlimmer noch: Die Seniorin sieht sogar den Zugang für Krankenwagen zur Alten Mühlenstraße gefährdet. Ihle: „Wir sind alles alte Leute – wir brauchen die doch. “.

Die Bauphasen nicht zu unterschätzen, riet auch Maike Wilhelms, Sprecherin der Interessengemeinschaft: „Wir reden alle davon, was passiert, wenn die A 39 gebaut ist, aber vergessen, was passiert, wenn sie gebaut wird“, appellierte sie an die rund 30 Zuhörer, sich ein Klagerecht für eventuelle Schäden durch die Baumaßnahmen zu sichern. Wie berichtet können Betroffene der aktuellen Trassenführung ihre Einwände gegen einen Pauschalbetrag von 300 bis 500 Euro von der Hamburger Fachanwältin Dr. Roda Verheyen formulieren lassen.

„Wer jetzt nicht seine Einwände schreibt, hat später kein Recht, sie einzuklagen“, brachte auch Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller noch einmal Sinn und Zweck eines solchen Vertrags auf den Punkt. Bad Bevensen hatte sich, wie berichtet, per Ratsbeschluss dazu verpflichtet, alles gegen die Umsetzung der derzeitigen Trasse zu unternehmen, verfügt jedoch, so Feller, über „wenig rechtliche Möglichkeiten“. Vor diesem Hintergrund hatte die Stadt die „Interessengemeinschaft zur A 39“ angestoßen.

Im Falle einer Wertminderung von Grundstücken allerdings, erklärte Bauamtsleiter Roland Klewwe, dürfe nicht von einer Entschädigung ausgegangen werden. Zur Orientierung: Eine Wertminderung beispielsweise durch Lärmbelästigung liegt bei circa fünf Prozent des Gesamtwerts pro zusätzliches Dezibel, informierte Maike Wilhelms und berief sich dabei auf Angaben der Hamburger Rechtsexpertin.

Ein vorgefertigter Mustervertrag der Anwältin beinhaltet mögliche Einwände, die für die Anwohner zutreffend sein könnten. Individuelle Anliegen können darüber hinaus anhand einer Liste – dem sogenannten „Generator“ – ermittelt werden.

Ein Vertrag muss spätestens sechs Wochen nach öffentlicher Auslegung der Planungsunterlagen abgeschlossen sein.

Ansprechpartnerinnen sind Susanne May und Maike Wilhelms, erreichbar per Mail (s.may@foto-may.de oder maikewilhelms@gmx.de).

Von Anna Petersen

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