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Brut- und Setzzeit läuft: Bis Mitte Juli gilt Leinenpflicht für Hunde

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Von: Theresa Brand

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Damit Tiere in freier Wildbahn nicht beim Brüten und der Aufzucht ihres Nachwuchses gestört werden, müssen Hunde in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli im Wald und in freier Natur zwingend an der Leine geführt werden.
Damit Tiere in freier Wildbahn nicht beim Brüten und der Aufzucht ihres Nachwuchses gestört werden, müssen Hunde in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli im Wald und in freier Natur zwingend an der Leine geführt werden. © Christophe Gateau/dpa

Langsam lockt die Frühlingssonne Hund und Herrchen wieder in die Natur. Doch damit die Spaziergänge nicht zur Gefahr für Wildtiere, insbesondere Vögel, werden, gilt seit dem 1. April wieder Leinenpflicht für Hunde.

Uelzen/Landkreis – Bis zum 15. Juli muss die Brut- und Setzzeit beachtet werden. Viele Tierarten in Feld und Flur sind während dieser Periode tragend, brüten und ziehen ihren Nachwuchs groß.

„Trotz des kühlen Wetters haben die ersten Vögel schon mit der Brut begonnen“, erklärt Michael Walke, Vorsitzender des Nabu Uelzen. „Etwa 60 bis 70 Prozent der Kranich-Paare hier im Landkreis brüten bereits – und das ist eine hochsensible Art.“

Besonders gefährdet sind laut Walke alle Bodenbrüter: Sie haben ihre Nester nicht in Bäumen oder Sträuchern, sondern – wie der Name sagt – am Boden. Dazu zählt beispielsweise auch der Kiebitz, der ganz oben auf der Liste der bedrohten Arten steht. Im Landkreis gibt es schon bestätigte Brutstätten. Auch Rebhühner, Feldlerchen oder Graugänse beginnen jetzt mit der Brut- und Aufzuchtzeit.

„Möglichst nicht vom Weg abkommen“

Der Nabu-Vorsitzende rät: „Man sollte möglichst nicht vom Weg abkommen, auch an den Feldrändern oder an im Gras an den Wegen können Bodenbrüter ihre Nester haben.“ Das Gleiche gelte für Teiche, Flüsse und Seen. Generell solle darauf geachtet werden, Rücksicht auf Natur und Tiere zu nehmen: keinen Lärm machen und keinen Müll hinterlassen.

Neben Bodenbrütern gilt es, auch andere Tierarten zu schützen, die nun mit ihrem Nachwuchs beschäftigt sind. Hasen und Schwarzwild sind nur einige der Beispiele, die Michael Walke nennen kann. „Bald kommen auch die ersten Rehkitze, aber das dauert noch.“ Woran viele nicht denken, sind Amphibien. „Es ist nicht die klassische Beute, aber die Tiere werden gestört“, erklärt er.

Hansestadt Uelzen setzt auf Dialog mit Haltern

Geregelt wird die Leinenpflicht über das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG). Hier heißt es zum Beispiel, dass Hunde in der freien Landschaft und im Wald nicht ohne Leine laufen dürfen. Ausnahmen bestehen unter anderem dann, wenn Hunde als Rettungs- oder Hütehunde, von der Polizei eingesetzt werden oder ausgebildete Blindenführhunde sind.

In Uelzen wird die Leinenpflicht durch Kontrollen im Außendienst überprüft. Wie die Hansestadt auf Nachfrage der AZ mitteilt, setzt man bei einem Verstoß zunächst auf die Einsicht und Rücksichtnahme der Hundehalter. Nur, falls das nicht ausreiche, werde ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit eingeleitet.

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