Wir brauchen ein sicheres Atom-Endlager

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Johanna Voß

Fukushima! Die Katastrophe füllt mich auch in der Parlamentswoche mit Sorgen, Wut und Trauer. Ich sorge mich um unsere Gesundheit. Eine ganz simple Rechnung: Jedes AKW sei sicher für 10 000 Jahre, und es gibt 430 AKW weltweit.

Das macht rein rechnerisch einen GAU alle 23 Jahre. Es brauchte nicht erst Fukushima, um das zu wissen. Ich sprach in einer Aktuellen Stunde am 24. März im Bundestag zu diesem Thema. Der Schwerpunkt lag auf strengeren Sicherheitsanforderungen an die Zwischenlager.

Denn auch wenn wir sofort abschalten, werden die Menschen sich noch viele hundert Jahre mit dem Müll beschäftigen müssen. Ein Mehrbarrieren-Konzept muss her und eine wirkungsvolle Abschirmung der Neutronenstrahlung, die im Wendland bereits zu einem Rückgang der Geburtsrate von Mädchen um 30 Prozent geführt hat.

Diese Niedrigstrahlung findet in der zuletzt durch die rot-grüne Bundesregierung novellierten Strahlenschutzverordnung keine Berücksichtigung. Hier besteht dringender Nachholbedarf. Die Grenzwerte müssen nicht nach oben korrigiert werden, wie jetzt in Brüssel für Lebensmittel aus Japan beschlossen, sondern nach unten, entsprechend den neuen Untersuchungen zur Niedrigstrahlung.

Transport und Verwahrung von Atommüll gehören daher ebenso auf den Prüfstand wie die AKW selbst. Die Linke im Bundestag fordert zusammen mit Bürgerinitiativen und Umweltverbänden eine Neubewertung des Gefahrenpotenzials. Die Suche nach einem sicheren Lager für hochradioaktiven Müll ist längst überfällig. Gorleben ist in jeder Hinsicht als Lager für radioaktiven Müll jeglicher Art ungeeignet.

Ein Auswahlverfahren muss her, das demokratisch, also mit Bürgerbeteiligung, und transparent gestaltet wird, sowie die Untersuchung mehrerer Standorte einschließt. Ein Auswahlverfahren mit klaren Kriterien nach internationalen Standards, das ein „Endlager“ von vornherein ausschließt. Denn: Plutonium hat eine Halbwertzeit von 24 000 Jahren. Wir können solche hochgiftigen Stoffe nur sicher lagern, wenn wir die Rückholbarkeit garantieren.

Johanna Voß ist Bundes- tagsabgeordnete der Linken und unter anderem zuständig für den Wahlkreis Celle-Uelzen.

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