Die Wochenrevue von Jörn Nolting

Bad Bodenteich: Feriendorf statt Kaserne

Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch nach 14 Jahren. Und so ist eigentlich nur Daumen drücken angesagt, Daumen drücken dafür, dass die Bad Bodenteicher einen Investor finden, der dem ehemaligen BGS-Gelände wieder neues Leben einhaucht.

Einem Rest-Risiko sind die Vertreter des Fleckens in jedem Fall ausgesetzt. Schließlich können die Pläne noch so ausgereift und durchdacht sein, wenn dem Investor am Ende die Puste, oder besser gesagt das Geld ausgeht, dann werden die Bad Bodenteicher die Auswirkungen zu spüren bekommen. Natürlich sollte das gesamte Vorhaben nun erstmal positiv gesehen werden. Der Flecken hat ein enorm großes Grundstück mit einer mehr als funktionstüchtigen Infrastruktur im Angebot. Nebenan die Heidefläche und irgendwann vielleicht auch mal eine Autobahnanbindung über die A 39. Es wäre doch schade, wenn lediglich zu den Castor-Transporten dem Areal Leben eingehaucht wird. Von außen betrachtet sieht das Gelände doch schon jetzt wie ein kleines Feriendorf aus – den hohen Zaun und die Wachhunde mal weggedacht. Fehlt eigentlich nur noch das Meer und der Strand. Doch hat Bad Bodenteich eben auch andere Dinge zu bieten. Nicht umsonst hatten sich die Vertreter der Fleckens vor Jahren darauf geeinigt, den Tourismus voranzutreiben. Das könnte sich vielleicht jetzt auszahlen, denn schließlich – so der Wunsch in Bad Bodenteich – soll das ehemalige BGS-Gelände touristisch genutzt werden. Doch am Ende sollte vielleicht auch ein positiver Gedanke nicht vergessen werden. Warum denn stehen Kasernen der Bundespolizei und der Bundeswehr leer? Weil sie einfach nicht mehr gebraucht werden! Den eisernen Vorhang gibt es nicht mehr und die damals beschworene Bedrohung aus dem Osten eben auch nicht. Die Welt und die Bedrohung hat sich verändert. Doch wenn aus dem BGS-Gelände wirklich mal ein touristisch genutzter Ort wird, dann spielen irgendwann mal Kinder dort, wo sich einstmals BGS-Beamte auf den Weg zur Grenzkontrolle vorbereitet haben – und dann wird man von einer positiven Veränderung sprechen können.

joern.nolting@cbeckers.de

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