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Bis zu 200 Personen werden in Uelzener Altenheim untergebracht

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Von: Lars Becker

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In das durch den Umzug leergezogene Alten- und Pflegeheim in der Waldstraße Uelzen sollen möglichst schon zum 1. Dezember Kriegsvertriebene aus der Ukraine einziehen.
In das durch den Umzug leergezogene Alten- und Pflegeheim in der Waldstraße Uelzen sollen möglichst schon zum 1. Dezember Kriegsvertriebene aus der Ukraine einziehen. © Norman Reuter

Die Kommunen im Landkreis Uelzen nutzen zur Unterbringung von Vertriebenen aus der Ukraine jetzt nicht nur das ehemalige Müttergenesungswerk in Bad Bevensen, sondern mutmaßlich schon im Dezember auch ein leerstehendes ehemaliges Alten- und Pflegeheim in Uelzen.

Uelzen/Landkreis – Wie von Bevensen-Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Martin Feller angekündigt, sind am Montag sämtliche 91 Kriegsvertriebene aus der Ukraine, die noch in der alten KGS-Sporthalle in Bad Bevensen untergebracht waren, ins Antonie-Nopitsch-Haus an der Sebastian-Kneipp-Straße umgezogen. Dort war zuletzt das Evangelische Therapiezentrum für Frauen (Müttergenesungswerk) untergebracht.

Wie Dr. Florian Ebeling, Erster Stadtrat, am Dienstag den Mitgliedern des Sozialausschusses der Hansestadt Uelzen berichtete, sollen außerdem möglichst ab dem 1. Dezember bis zu 200 Ukrainer im ehemaligen Altenheim des Heiligen-Geist-Stifts an der Waldstraße 9 in Uelzen untergebracht werden.

Von 125 auf 170 Plätze in Bad Bevensen

Im Bevenser Antonie-Nopitsch-Haus werden Kapazitäten für die Erstunterbringung von bis zu 170 Ukrainern geschaffen. Die alte KGS-Halle, die der Landkreis Uelzen bekanntlich abreißen will, war für bis zu 125 Personen ausgelegt gewesen. In Bad Bevensen gibt es außerdem weitere 72 Plätze in einer ehemaligen Pension an der Straße Zur Amtsheide, die seit dem 1. September genutzt wird.

Weil die Kommunen des Landkreises aber laut Ebeling nach aktueller Quote des Landes Niedersachsen bis zum 31. März 2023 noch mindestens weitere 340 Vertriebene aus der Ukraine unterbringen müssen, wurde die Suche nach geeigneten großen Häusern im Kreisgebiet ungebrochen intensiv vorangetrieben.

Mit Erfolg: Das ehemalige Altenheim des Heiligen-Geist-Stifts in Uelzen, dessen Bewohner Anfang September in das neue Wichernhaus umgezogen sind, soll im Optimalfall ab Dezember genutzt werden.

Mietvertrag in Vorbereitung

„Der entsprechende Mietvertrag befindet sich in der Vorbereitung. Im beschleunigten Vergabeverfahren läuft auch schon die Suche nach einem Betreiber“, sagte Ebeling im AZ-Gespräch. In der Liegenschaft in Uelzen sei die Infrastruktur angesichts der vorherigen Nutzung als Altenheim sehr gut für die Flüchtlingsunterbringung geeignet.

Das alte Stift fiel mit dem Auszug der Bewohner leer und soll perspektivisch einem Neubau weichen, der wiederum Bestandteil des von der Stiftung und der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (gwk) geplanten Wohn- und Pflegequartiers werden soll. Die entsprechenden Abrisspläne werden nun angesichts der Nachnutzung für ukrainische Vertriebene verschoben, wie die Heiligen-Geist-Stiftung bestätigt.

Deren Geschäftsführer Ralf Biebau hatte ohnehin schon angekündigt, dass für den Abriss des alten Stifts noch Untersuchungen hinsichtlich möglicher belasteter Baustoffe erfolgen müssten.

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