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Bildung zahlt sich aus

Einer muss am Ende die Rechnung bezahlen, oder eine Leistung kann nicht in Anspruch genommen. Das gilt auch für den Bücherbus im Landkreis Uelzen.

Einer muss am Ende die Rechnung bezahlen, oder eine Leistung kann nicht in Anspruch genommen. Das gilt auch für den Bücherbus im Landkreis Uelzen. Etwa 300 Mitglieder des Trägervereins zahlen ihre Beiträge, einzelne Kommunen im Kreis – nicht alle – beteiligen sich mit Pauschalen und der Landkreis Uelzen steuert für die rollende Bücherei rund 60 000 Euro dazu. Doch das reicht nicht, um die laufenden Kosten zu decken. Der Verein wirbt um Spenden, damit schließlich der Bus mit 4000 Medien an Bord auf Tour gehen kann.

Nun wird der Kreis der „Zahler“ kleiner, denn die Samtgemeinde Aue wird sich künftig komplett aus der Finanzierung des Busses verabschieden. Und bei die Stadt Uelzen ist noch nicht klar, ob sie wegen der Haushaltskonsolidierung künftig Geld beisteuern darf. Das heißt: Weniger müssen mehr zahlen. Argumentiert wird mit der schwierigen finanziellen Lage und auch mit dem Gleichheitsgrundsatz. Mitglieder anderer Fördervereine hätten finanziell weit mehr zu stemmen, erklärt Aues Samtgemeinde Bürgermeister Harald Benecke am Mittwochmittag. Doch die entscheidende Frage ist, ob sich die Kommunen, das heißt die gewählten Volksvertreter, es sich leisten können – und dies ist wörtlich zu verstehen –, das Engagement bei Bildungsangeboten „runterzuschrauben“.

Während der Podiumsdiskussion der CDU mit der Mittelstandsvereinigung am Mittwochabend wurde das schlechte Bildungsniveau von jungen Menschen beklagt. Dramatisch klang das. Die einfachsten Rechenaufgaben würden nicht mehr beherrscht, böse sehe es bei der Rechtschreibung aus. Nun: Wer soll verstehen, dass auf der einen Seite über den Bildungsstand gejammert, und auf der anderen Seite über Einsparungen von Bildungsangeboten diskutiert wird. Fast ist man geneigt, zu rufen: Wer streicht, darf nicht jammern. Doch an der Bildungssituation würde sich damit nichts ändern. An ihr ändert sich erst etwas, wenn die Verantwortlichen erkennen, das Bildung kostet und es sich lohnt, sie sich etwas kosten zu lassen.

Von Norman Reuter

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