Bildung oder Straße: Entscheidung gefragt

Undine Kurth (l.) lobt Stendals Musikschule, spricht mit Leiterin Maike Schymalla und Stadtrat Adolf Gröger. Foto: privat

tje Stendal. Rolandstädter könnten "stolz auf ihre Musik- und Kunstschule sein", resümiert Undine Kurth jüngst nach einem Gespräch mit der neuen Leiterin, Maike Schymalla.

Adolf Gröger, Stadtrat in Stendal und Mitglied des Fördervereins der städtischen Einrichtung, lud eine Parteikollegin ein, als er die bündnisgrüne Bundestags-Kulturpolitikerin in die Altmark lockte.So müssten nicht nur Kommunalpolitiker begreifen, dass "kulturelle Bildung ein wichtiger Bestandteil der gesamten Bildung" sei. Kommunen sollten aber finanziell in die Lage versetzt werden, solche Angebote zu finanzieren, die "als sogenannte freiwillige Leistungen gern mal dem Rotstift geopfert" würden. Kurth: "Wenn das Geld knapp wird, muss die Frage erlaubt sein, was regelmäßig wichtiger ist, die Bildung unserer Kinder in allen Bereichen oder der Neubau von Straßen, der A14 zum Beispiel, die sagenhafte 500 Millionen Euro mehr kostet als veranschlagt. Hier sind politische Entscheidungen gefragt."Undine Kurth ist Mitglied der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland", deshalb interessiere es sie besonders, "welchen Stellenwert die Schule in der Kommune hat". Die bündnisgrüne Bundespolitikerin besichtigte das Gebäude an der Poststraße mit Interesse. So beglückwünscht Kurth die Stadt "zu einer solchen Einrichtung", der jedoch hoffentlich "genug Kraft und Energie" beschieden sein möge, "sie so zu erhalten". Ihren Wunsch untermauert die Besucherin schließlich mit einem Zitat von Ex-Innenminister Otto Schily. "Wer heute Musikschulen schließt, wird morgen Gefängnisse bauen müssen", gibt Kurth eine Aussage dieses Prominenten "gern" wieder.

Erschienen: 05.11.2008: sdl / AZ / Seite:3

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare