Bürgerbus Bienenbüttel: Helmut Schlamkow tritt als Vorsitzender zurück / Nachfolger gesucht

„Zeit, das Zepter abzugeben“

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Auf der nächsten Mitgliederversammlung des Bienenbütteler Bürgerbus-Vereins wird Helmut Schlamkow offiziell von seinem Amt als Vorsitzender zurücktreten. Er hofft, dass sich bis dahin ein neuer Vorsitzender finden lässt.

Bienenbüttel. „Ich werde bald 80 Jahre alt, da ist es einfach Zeit, das Zepter abzugeben. “ Helmut Schlamkows Entschluss steht fest: Er wird auf der nächsten Mitgliederversammlung des Vereins Bürgerbus Bienenbüttel als Vorsitzender zurücktreten.

Acht Jahre nach der Gründung sucht der Verein damit erstmals einen neuen ersten Mann. „Wir haben einen möglichen Kandidaten ins Auge gefasst“, berichtet Schlamkow von der jüngsten Vorstandssitzung. Aber: „Ob der Kandidat es tatsächlich macht, steht in den Sternen. “.

Wie es mit dem Bienenbütteler Bürgerbus weitergeht, sollte sich kein Nachfolger finden, weiß Helmut Schlamkow nicht. „Eine Auflösung wäre indiskutabel“, sagt der 79-Jährige. 20 ehrenamtliche Fahrer seien „voll“ dabei, etwa 50 Menschen aus der Einheitsgemeinde nutzen das Angebot regelmäßig. In acht Jahren haben sich 215 Bienenbütteler beim Bürgerbus angemeldet, erzählt Schlamkow. Alle hat er persönlich zuhause besucht.

Dieser Aufwand sei ihm einfach zu viel geworden, erklärt Helmut Schlamkow, warum er nun zurücktreten will. Aus gesundheitlichen Gründen sei er bereits im vergangenen Jahr kürzer getreten. Auch aus dem aktiven Fahrdienst will er sich zurückziehen, aber dem Verein als passives Mitglied treu bleiben, sagt der Bienenbütteler. Wenn man selbst nicht mehr ganz fit sei, aber andere Menschen von A nach B fahre, gehe man schließlich ein gewisses Risiko ein. Ein Risiko, das er nicht tragen will.

Der Bürgerbus verliert damit einen Mann der ersten Stunde. Schon etwa ein Jahr vor der offiziellen Vereinsgründung war Helmut Schlamkow Teil einer Gruppe, die in Bienenbüttel regelmäßig eine Art Bürgerbus anbot. Die Idee, einen Verein zu gründen, sei damals im Rahmen des Netzwerks Soziales Bienenbüttel entstanden, sagt Schlamkow: „Da waren wir auch schon so um die 20 Leute.“ Über die Jahre ist der Bürgerbus für ihn zu einer Herzensangelegenheit geworden. „Man hilft Menschen“, erklärt Schlamkow seine Motivation. Ihm habe immer gefallen, zu erfahren, welche Geschichten die Mitfahrenden bewegen. „Da war immer Zeit für einen privaten Plausch.“

Für die Zukunft des Bürgerbusses wünscht sich Helmut Schlamkow natürlich, dass ein neuer Vorsitzender gefunden wird. Aus dem aktuellen Vorstand wolle diese Aufgabe niemand übernehmen, erzählt er. „Das Beste wäre, wenn es einer der 20 Fahrer macht.“ Die Chancen schätzt er aber als schlecht ein.

Auf der nächsten Mitgliederversammlung am Donnerstag, 8. März, um 15 Uhr im Wichmannsburger Gemeindehaus will Helmut Schlamkow seine Entscheidung noch einmal erläutern. Dort soll auch darüber abgestimmt werden, den Mitgliedsbeitrag von bislang zehn auf dann 24 Euro pro Jahr zu erhöhen. Ein nötiger Schritt, um die Kosten für Benzin, Haftpflicht und Reparaturen zu decken, erklärt Schlamkow.

Von Florian Beye

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