Ein Geburtstag rund ums Lesen

Zehnte Bienenbütteler Buchwoche startet mit einem Sachbuch

+
Verleger Alfred Klemm berichtete von den Herausforderungen in Zeiten des Internets.

Bienenbüttel – In Bienenbüttel wird ein runder Geburtstag gefeiert: Die 10. Bienenbütteler Buchwoche ist am Sonntag in der Buchhandlung Patz offiziell eröffnet worden.

Bei einem Glas Sekt begrüßte Buchhändlerin Anne-Grete Patz die zahlreichen Gäste der Auftaktveranstaltung: Verleger Alfred Klemm vom Kröner Verlag aus Stuttgart und Autor Professor Michael Sommer aus Osnabrück waren gekommen, ihre Arbeit vorzustellen.

Patz würdigte in ihren Begrüßungsworten das Engagement des Gifkendorfer Merlin Verlages, der Sponsoren der Buchwoche und die Arbeit des Freundeskreises. Die Buchwoche sei inzwischen etabliert – „auch überregional“. Man sei bemüht, das Besondere auszuwählen. „Und unser Konzept ist ziemlich einmalig: Verlage können sich zusammen mit den Autoren präsentieren.“ In einer schnelllebigen Zeit sei es das Buch, „das uns entschleunigt“, sagte Patz, „uns ist es wichtig, ein Partner für Bildung zu sein.“

So nahm es nicht Wunder, dass zum Auftakt der Buchwoche ein Sachbuch vorgestellt wurde. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg, stellte seine „Kleine Römische Geschichte – Einmal Weltmacht und zurück“ vor.

„Warum befasst man sich mit der Vergangenheit?“, fragte Sommer und gab selbst die Antwort: „Man würde es nicht machen, wenn die Geschichte uns nichts geben würde.“ Jede Generation stelle Fragen an die Geschichte und der Grund sei die eigene Gegenwart.

Professor Dr. Michael Sommer präsentierte seine „Kleine Römische Geschichte – Einmal Weltmacht und zurück“.

Nach vielen Jahrhunderten, solange gab es im römischen Imperium Kontinuität, folgte der Zusammenbruch. „Der literarische Korpus der Antike war weg.“ Man sehe am Ende des Weltreiches, „dass die Weltgeschichte auch den Rückwärtsgang einlegen“ könne. „Ein Imperium ist ein großes Reich, das Fremde mit Gewalt unterwirft“, sagte Sommer und verwies auf den Zusammenbruch der Sowjetunion. Aber, und das sei das Besondere des römischen Reichs gewesen, es seien auch viele Menschen eingewandert. „Es war durchaus attraktiv, im Reich zu leben. Es sei eine „Schicksals- und Identitätsgemeinschaft“ gewesen, in der die Religion, die Erzählung vom sozialen Aufstieg und der Mythos von der Zivilisierung der Welt für eine „kolossale Integrationsleistung“ gesorgt hätten.

Es war Verleger Alfred Klemm, der für den Kröner Verlag festhielt, dass das Haus weiter für den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stehe. Es komme indes einer „Enteignung“ der Verlags- und Autorenrechte gleich, wenn Bücher heute in den Uni-Bibliotheken eingescannt und im Intranet zur Verfügung gestellt würden. Überdies hätten „Wikipedia & Co“ Inhalte nicht nur seines Traditionshauses „tausendfach verwendet, ohne dass wir Einfluss darauf nehmen konnten“. So stellte Klemm weitere Bände aus dem Verlagsprogramm vor, etwa „Die Sprache der neuen Rechten“. Am Montag wurde die Buchwoche in Edendorf fortgesetzt. Am heutigen Dienstag ist der zu Klampen Verlag im Kloster Medingen zu Gast.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare