HVV: SPD fordert Beteiligung des Kreises, wenn Bürger aus Nachbargemeinden Sondertarif nutzen

Zahlt Bienenbüttel für andere mit?

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Schon jetzt wird der Bahnhof in Bienenbüttel intensiv genutzt. Zukünftig, vermutet SPD-Fraktionsvorsitzender Arnold Witthöft, werden auch Bürger von außerhalb der Gemeinde kommen, um den Tarifring F des HVV zu nutzen.

Bienenbüttel. Das war eine gute Nachricht für Bienenbüttel: Anders als der Rest des Landkreises Uelzen wird die Gemeinde im Jahr 2020 Vollmitglied im Hamburger Verkehrsverbund, kurz HVV (AZ berichtete). Das bedeutet: Bienenbüttel ist zukünftig Teil des Tarifrings F.

Damit sparen Pendler und andere Fahrgäste nicht nur bei den Zeitkarten, sondern bei jeder einzelnen Bahnfahrt. Dafür muss die Gemeinde allerdings auch zahlen. Voraussichtlich 96 000 Euro beträgt ihr jährlicher Anteil. Die Summe stellt die SPD jetzt infrage.

„Wir alle begrüßen den Beitritt des Landkreises Uelzen in den HVV und insbesondere die vollwertige Mitgliedschaft der Gemeinde Bienenbüttel durch die Einführung des Tarifrings F“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Arnold Witthöft. „Neben den Bienenbüttelern werden aber auch Bürger aus den umliegenden Gemeinden wie zum Beispiel Altenmedingen, Bruchtorf oder auch Ebstorf die HVV-Karte nutzen.“

Witthöft erwartet wegen der unterschiedlichen Tarife eine regelrechte Verlagerung vom Bad Bevenser Bahnhof nach Bienenbüttel. „Das wird dazu führen, dass vermehrt Leute aus dem Landkreis herfahren und hier einsteigen – und die Gemeinde muss für die Kosten aufkommen“, kritisiert der SPD-Politiker. Er hat deshalb beantragt, dass sich der Landkreis Uelzen für die Mitbenutzung des Tarifrings F durch Bürger, die nicht in der Gemeinde Bienenbüttel leben, mit 50 Prozent an der Ausgleichszahlung beteiligt.

Von einer weiteren Kostenübernahme hält der Landkreis jedoch wenig: „Ausschließlich für den Bahnhof Bienenbüttel wurde die Einführung auch der Einzelfahrkarten im HVV realisiert. Dies vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde Bienenbüttel die Kostenübernahme erklärt hat“, stellt Landkreis-Sprecher Martin Theine klar.

Der Landkreis Uelzen übernimmt laut einem Grundsatzbeschluss vom Juli bereits die Hälfte der Einnahmeverluste, die durch den HVV-Beitritt bei den Eisenbahnunternehmen entstehen. Das entspricht voraussichtlich 300 000 Euro jährlich. Die Kommunen im Kreisgebiet hatten sich bereiterklärt, die anderen 50 Prozent zu übernehmen. Im Fall von Bienenbüttel kommt ein Extrabetrag für die Einzelfahrscheine hinzu.

Von Gerhard Sternitzke

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