Bienenbütteler Familie zeigt nach Tod ihres Katers einen Mann aus der Nachbarschaft an

Nachbar verdächtigt: Wurde Kater Abu gezielt vergiftet?

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Bienenbüttel. Monika und Alana Golitz sind wütend. Wütend und zugleich traurig. Die beiden Bienenbüttelerinnen beklagen den Verlust ihres Katers Abu. Vor genau einer Woche kam das Tier krampfend und klagend nach Hause, erbrach regelmäßig. Sofort ging es in die Tierklinik nach Melbeck. Dort verendete Abu trotz diverser Maßnahmen am Tag darauf.

Monika (links) und Alana Golitz sind wütend und traurig. Ihr Kater Abu wurde in Bienenbüttel vergiftet. Die beiden Frauen gehen von einer gezielten Attacke auf das Tier aus und haben Anzeige erstattet.

Im Bericht der Tierärztin, der der AZ vorliegt, ist die Rede von einer Intoxikation als Verdachtsdiagnose. „Abu wurde gezielt vergiftet“, ist sich Monika Golitz sicher. Die 53-Jährige hat Anzeige bei der Polizei erstattet und sogar den Namen des möglichen Täters genannt. Den Namen eines Mannes aus ihrer Nachbarschaft. „Der stand mir vor Kurzem gegenüber und hat gedroht, dass er die Katze umbringt, wenn wir sie nicht einsperren“, erzählt Monika Golitz. Nachweisen könne sie ihm die Tat natürlich nicht, aber: „Ich bin mir sicher, dass er es war.“

Die strafrechtlichen Ermittlungen in dem Bienenbütteler Fall laufen, sagt Kai Richter, Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Um genaue Auskünfte zum Stand der Ermittlungen zu geben, kenne er den Fall nicht gut genug, sagt Richter. Den Nachweis einer vorsätzlichen Tat zu erbringen, sei bei solchen Geschichten immer schwierig. Es liege kein Indiz dafür vor, dass jemand in Bienenbüttel gezielt Katzen „um die Ecke bringen will“. Beim Thema vergiftete Tiere handele es sich meist um Einzelfälle, bei denen auch eine fahrlässige Vergiftung vorliegen könnte. „Es kann ja immer sein, dass die Tiere irgendwo legal ausgelegtes Gift gefressen haben“, erklärt der Polizeisprecher.

Von seltenen Einzelfällen spricht auch Martin Theine, Pressesprecher des Landkreises Uelzen, auf AZ-Anfrage und nach Rücksprache mit dem Veterinäramt: „Im Kreisgebiet treten entsprechende Verdachtsfälle gelegentlich auf.“ Eine Statistik über die genauen Fallzahlen führe das Veterinäramt aber nicht.

Für Monika und Alana Golitz bedeutet der Tod ihres eineinhalb Jahren alten Katers den Verlust eines Familienmitglieds: „Ich habe Abu zu uns geholt, als er noch ganz klein war“, erzählt die 22-Jährige. Der Moment, als feststand, dass das Tier es nicht schaffen würde, sei für sie „ganz schlimm“ gewesen.

Große Hoffnung, dass die Anzeige wirklich etwas bringt, haben die beiden Frauen nicht. Aber sie wollten damit zumindest öffentlich ein Zeichen setzen, erklärt Monika Golitz: „Es soll dem Täter zeigen: bis hierhin und nicht weiter.“ Mehrere ihrer Katzen seien in der Vergangenheit verletzt oder vergiftet worden, berichtet sie: „Eine Katze hatte sogar mal eine Kugel im Kopf.“ Der Täter konnte nie ermittelt werden, für Monika und Alana Golitz kommt aber nur einer in Frage.

Von Florian Beye

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