Baubeginn im Sommer 2021? / Pläne im Bauausschuss

Bei Wulfstorf sollen 240 Meter hohe Windkraftanlagen entstehen

So könnte die Landschaft nach dem Errichten der zwei Windkraftanlage nahe der Kreisgrenze bei Wulfstorf aussehen. Ausgangspunkt für diese Fotomontage ist die Wulfstorfer Straße mit Blickrichtung Norden.
+
So könnte die Landschaft nach dem Errichten der zwei Windkraftanlage nahe der Kreisgrenze bei Wulfstorf aussehen. Ausgangspunkt für diese Fotomontage ist die Wulfstorfer Straße mit Blickrichtung Norden.

Bienenbüttel/Wulfstorf – Wenn alles nach Plan läuft, könnte im dritten Quartal 2021 der Bau von zwei Windkraftanlagen nördlich von Wulfstorf beginnen.

Die genauen Pläne für den Bürgerwindpark, den der Bargdorfer Landwirt Hans-Wilhelm Giere gemeinsam mit dem Wulfstorfer Harald Otter realisieren will, stellte kürzlich Projektentwickler Steffen Föllner vom Bauernverband Nordostniedersachen im Bienenbütteler Bau- und Umweltausschuss vor.

Demnach könne der Bau theoretisch sogar schon früher im nächsten Jahr starten. „Aber während der Brutperiode vieler Bodenbrüter hat man als Windparkplaner nicht so gute Karten“, erklärte Föllner die Entscheidung für den späten Termin.

Erneuerbarer Strom für 10 000 Haushalte

Die beiden Anlagen sollen jeweils 240 Meter hoch sein. Und damit noch sieben Meter höher als vor wenigen Monaten geplant. „Die Anlagen werden höher, aber nicht lauter“, betonte Föllner. Die ausgewählten Modelle entsprechen den neuesten Standards und sind laut dem Projektplaner wesentlich effizienter. 15 Prozent mehr Energie könne mit den größeren Anlagen erzeugt werden, rund 10 000 Haushalte können demnach mit erneuerbarem Strom versorgt werden.

Die betroffene Fläche an der Kreisgrenze ist vom Landkreis Uelzen als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen worden. Eigentlich waren auf der Fläche sogar drei Anlagen vorgesehen, mit einer Höhe von jeweils 233 Metern. „Bis uns der Seeadler dazwischen kam“, erklärte Föllner, „dann mussten wir es erst einmal untersuchen und kartieren.“ So kommt es auch, dass sich die Planung über einen solch langen Zeitraum zieht. Über das Vorhaben an sich hatte die AZ erstmals 2016 berichtet.

Sorgen um zu große Schallbelastung oder Schattenwurf müssen sich laut des Projektplaners weder die Anwohner in Wulfstorf noch in den ebenfalls angrenzenden Dörfern Vastorf und Gifkendorf im Kreis Lüneburg machen. „Die Orte liegen nach bisherigen Prognosen alle außerhalb jeglicher Grenzwerte“, betonte Steffen Föllner, „und da haben wir mit dem Worst-Case-Szenario gerechnet.“

Eine Belastung für die Bienenbütteler werden stattdessen die Schwertransporte bringen, die das Material für die Windkraftanlagen bringen. Pro Anlage sei mit etwa 100 Betonmischern, 50 Schwertransporten mit Betonturmteilen, drei mit Stahlturmsegmenten, fünf mit Material für das Maschinenhaus, einer mit der Nabe, drei für die Rotorblätter sowie rund 45 Schwertransporten für den Auf- und Abbau des Krans zu rechnen. Hinzu kommen Föllners Ausführungen zufolge etwa 300 Transportfahrzeuge, die Material für die Zuwegung bringen.

Inbetriebnahme im ersten Quartal 2022?

Der Großteil davon wird voraussichtlich durch Bienenbüttel rollen. „Hält unser Kreisverkehr das aus“, wollte Ausschussmitglied Alfred Meyer (CDU) wissen. „Es kann sein, dass wir den Kreisel zurück- und anschließend wieder aufbauen müssen“, entgegnete Föllner. Bürgermeister Dr. Merlin Franke gab den Hinweis, die Transporte bitte nicht während des Schützenfestes durch die Gemeinde fahren zu lassen.

Das Genehmigungsverfahren für den Bau des Bürgerwindparks sei bereits eingeleitet worden, berichtete Föllner weiter. Demnach könnte wohl im Herbst dieses Jahres eine öffentliche Auslegung der Unterlagen erfolgen. Dann haben Anlieger die Chance, Stellung zu nehmen. Diese müssten vom Landkreis Uelzen abgewogen werden. Läuft alles nach Plan könnte der Windpark laut Föllner im ersten Quartal 2022 in Betrieb genommen werden. Aktuell laufen Gespräche zwischen der Gemeinde Bienenbüttel und den Investoren bezüglich eines städtebaulichen Vertrags, wie die AZ von einem der Investoren erfuhr. VON FLORIAN BEYE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare