CDU will Schutzstatus reduzieren und Bestände auf erträglichem Maß halten

Wolfsmanagement mit dem Gewehr

+
DIe CDU fordert ein aktives Wolfsmanagement, zu dem auch der Abschuss von Tieren gehören soll.

Riestorf – Wie soll in Zukunft mit dem Wolf umgegangen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt eine Diskussionsrunde des CDU-Bezirksverbandes Nordostniedersachsen in Reinstorf (Landkreis Lüneburg), an der unter anderem die Kandidatin für das Europaparlament Lena Düpont teilnahm.

Sie machte deutlich, dass sich die CDU auf Europa-Ebene für einen geringeren Schutzstatus des Raubtieres einsetzen werde und dass die Regulierung des Bestandes durch Abschuss auch in Deutschland möglich sein muss.

Stellten die CDU-Vorschläge zum Wolf auf EU-, Bundes- und Landesebene vor: Uwe Dorendorf (von links), Lena Düpont, Felix Petersen, Eckhard Pols und Michael Grosse-Brömer. 

„Wir müssen handeln können, bevor ein Wolf überhaupt zum Problemwolf werden kann“, sagte Lena Düpont. Dazu brauche es auch ein Bestandsmanagement auf regionaler Ebene. Vorbild hierfür sei etwa Schweden. Dort gebe es definierte Rückzugsgebiete des Wolfes, aber eben auch wolfsfreie Zonen. und jährlich werde eine Anzahl von Wölfen zum Abschuss freigegeben. Zudem müsse die Population des Wolfes europaweit betrachtet werden.

„Wir wollen, dass der Wolf, wenn er den Menschen trifft, abhaut“, sagte der Landtagsabgeordnete Uwe Dorendorf unter dem Applaus der meisten Zuhörer. Es könne nicht sein, dass Reitlehrer mit Kindern nicht mehr in den Wald können, aus Furcht davor, dass die Pferde scheuen und sie in Regress genommen werden und dass Weidetierhalter in ihrer Existenz bedroht sind. Um diese zu schützen, müsse der Wolf auch geschossen werden. Dazu gehöre es auch, wolfsfreie Zonen an Deichen einzurichten. Denn dort sei weder eine Einzäunung noch der Einsatz von Herdenschutzhunden möglich. „Es heißt einfach, wir müssen sie auch töten und schießen können“, sagte Dorendorf. Außerdem habe man vor, die Beweislast bei einem Wolfsriss umzukehren. Konkret heißt das, dass die Entschädigung der Weidetierhalter schneller vonstatten gehen soll und vom Land nachgewiesen werden muss, dass es nicht der Wolf war.

„Wir wollen den Wolf nicht ausrotten, sondern den Bestand in einem vernünftigen Maß halten“, betonte der Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols. Bei zu hohen Beständen müsse regulierend eingegriffen werden. Der Wolfsbestand – zurzeit gibt es 22 nachgewiesene Rudel in Niedersachsen und mehr als 200 erwachsene geschlechtsreife Tiere – sei solide. Regional gebe es sogar überhöhte Bestände. „Dort müssen wir vergrämen oder entnehmen“, so Pols.

Die Vorschläge der CDU gingen den erklärten Wolfsfreunden im Publikum zu weit. Sie kritisierten, dass man sich vielmehr um den Herdenschutz bemühen sollte und auch wolfssichere Zäune für Pferde- und Rinderweiden vorschreiben und fördern solle. Zudem sei eine Bejagung auch bei einer Reduzierung des Schutzstatus’ nicht möglich.

Wendelin Schmücker, des Fördervereins der deutschen Schafzüchter, forderte hingegen den Abschuss aller Wölfe in Deutschland. „Wir sind in unserer Existenz bedroht. Der Zustand ist für die Lüneburger Heide einfach nicht mehr tragbar“, sagte der Berufsschäfer.

VON LARS LOHMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare