Kinder in der Kita St. Michaelis Bienenbüttel bauen 20 Nistkästen / Teil eines Kirchenprojekts

„Wir helfen den Vögeln“

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Enna Charlotte Dietrich und ihr Großvater Harald Peltret schrauben zusammen an einem Nistkasten. „Wir helfen den Vögeln, damit sie geschützt sind“, sagt die Fünfjährige über das Projekt in der Kita St. Michaelis in Bienenbüttel.

Bienenbüttel. Enna Charlotte Dietrich lächelt. Gerade hat die Fünfjährige mit einem Akkuschrauber die letzte Schraube in den kleinen hölzernen Nistkasten gebohrt. Neben ihr sitzt ihr Opa Harald Peltret, auch er ist zufrieden.

Fertig ist die Nisthilfe für Meisen, Spatzen und Co. aber noch nicht. Mit einem Pinsel bestreicht das Mädchen den Holzkasten mit natürlichem Olivenöl, zum späteren Schutz gegen die Witterung. „Wir helfen den Vögeln, damit sie geschützt sind“, sagt Enna Charlotte. Deshalb findet sie das Projekt sehr gut.

Eltern, Großeltern und Kinder schrauben, bohren und streichen gemeinsam. Insgesamt 20 Nistkästen sollen bis Freitag entstehen.

Wie Enna Charlotte und ihr Opa bauen auch einige andere Kinder mit Eltern oder Großeltern in der Kindertagesstätte St. Michaelis in Bienenbüttel in diesen Tagen Nistkästen für heimische Kleinvögel. Es wird gebohrt, geschraubt, geklebt und gestrichen. Insgesamt 20 sollen es bis Freitag werden, erzählt Kita-Leiter Heiko Metzler. „Die werden zum Teil hier auf unserem Gelände und die übrigen im dahinter liegenden Biotop angebracht“, erklärt er.

Gerade in der Region sei es enorm wichtig, geschützte Nistplätze für die kleinen Vogelarten zu schaffen, erklärt Naturpädagogin Caroline Rothe, die das Projekt begleitet. Sie habe vor einiger Zeit angeregt, eine Futterstelle auf dem Kita-Gelände einzurichten, erzählt sie: „Da mussten die Kinder leider feststellen, dass gar keine Vögel kamen.“ Der Grund dafür sei, dass es in der Umgebung sehr viele Elstern und Eichhörnchen gibt. „Das sind Nesträuber wie sie im Buche stehen“, sagt Rothe.

Auf solche Dinge macht die Naturpädagogin die Kita-Kinder während einer Projektwoche aufmerksam. Unter anderem müssen die Kinder in die Rolle von Vogeleltern schlüpfen und versuchen, vier Eier – symbolisiert durch Nüsse – auszubrüten. Andere Kinder spielen Elstern, Eichhörnchen und andere Tiere. „So lernen sie, wie schwierig es eigentlich für Vögel ist, ihre Jungen großzuziehen“, erläutert Rothe. Diese Erkenntnisse seien zwar oft nur schwierig zu verkraften, aber: „Es ist viel nachhaltiger, wenn man nicht nur erzählt, sondern die Kinder aktiv teilhaben lässt.“

Für eine andere Übung hat die Pädagogin originalgetreue Vogelnester im Garten von Pastor Jürgen Bade versteckt. Die Kinder müssen sie suchen. „Dabei haben sie sogar welche gefunden, die ich nicht hingelegt hatte, sondern die echt von Vögeln waren“, ist Caroline Rothe begeistert davon, dass „bei manchen Kindern der Blick in die Natur noch vorhanden ist“.

Die Nistkastenbau-Aktion in der Kindertagesstätte ist Teil eines Projekts der Gruppe „Grüner Hahn“ in der Kirchengemeinde Bienenbüttel. Rund um die Kirche und das Gemeindehaus sowie auf dem Friedhof haben Ehrenamtliche bereits Nistkästen aufgehängt, um die Vielfalt der heimischen Vogelarten zu bewahren (AZ berichtete).

Von Florian Beye

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