Bauunternehmer Lothar Harder erklärt Stillstand am ehemaligen Bienenbütteler Hotel Drei Linden

„Wir haben noch viel mehr vor“

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„Ich wollte schon letzte Woche abreißen.“ Bauunternehmer Lothar Harder vor dem ehemaligen Hotel Drei Linden in Bienenbüttel. Hier plant der Wustrower eine Anlage mit 23 Wohnungen über den Ilmenauwiesen.

Bienenbüttel. Stillstand in der Bienenbütteler Lindenstraße: Im Oktober begannen Arbeiter mit dem Entkernen des ehemaligen Hotels Drei Linden. Fenster wurden herausgerissen, Container aufgestellt. Nur der Bagger rückte nicht an.

Gerüchte machen die Runde um das Abrissobjekt, das ein Bauunternehmer aus Wustrow durch eine Wohnanlage mit 23 Einheiten ersetzen will. Ist dem Investor, der hier nach eigenen Angaben 6 Millionen Euro verbauen will, womöglich das Geld ausgegangen, wie manche behaupten? 

Alles Quatsch, sagt Lothar Harder, den die AZ jetzt in Bienenbüttel traf. Wenn die Baugenehmigung da ist, soll im März der Abriss beginnen. Die Arbeiten für die Tiefgarage können dann im April beginnen.

„Ich wollte schon letzte Woche abreißen“, sagt der Bauunternehmer, auf die Zeitverzögerung angesprochen. „Dann hab’ ich es gelassen – mit Hintergedanken.“ Denn die Gemeinde müsse ja noch den Bebauungsplan ändern. Die CDU hat im Bauausschuss noch Gesprächsbedarf signalisiert. Das Interesse an der Anlage ist offenbar groß. „Ich hab schon zwölf Anfragen für Wohnungen“, berichtet Harder. Vorerst hat er einen Bauzaun aufstellen lassen. Es geht weiter, so seine Botschaft.

Der 60-Jährige hat sich auch einiges vorgenommen. Direkt am Hang über der Ilmenau will er, am Hang gestaffelt 2150 Quadratmeter Grundfläche sowie eine Tiefgarage mit 23 Stellplätzen realisieren. „Das Grundstück gibt es gerade so schön her“, sagt der Bauunternehmer. Entstehen sollen 23 Wohnungen und Apartments mit Flächen von 46 bis 156 Quadratmetern. Barrierefrei im Zentrum und mit Fahrstuhl, so Harder. Das dreistöckige Gebäude mit Satteldach, an der Straße zwölf Meter hoch, nach hinten niedriger, soll überwiegend verklinkert werden. Auch die Lage an der Ilmenau soll genutzt werden, so Harder: „Der Steg wird erneuert. Da kommt eine tolle Anlage für die Bewohner hin.“

„Bienenbüttel interessiert mich sehr. Wie schön ist der freie Blick“, schwärmt der gelernte Schmied und Kaufmann. „Ich würde mich hier sogar selbst ansiedeln.“ Erst vor kurzem habe er in Bad Bevensen für 3,8 Millionen Euro Eigentumswohnungen errichtet. Dass dort mehrere Käufer auf juristischem Weg Nachbesserungen verlangen, sei von einem Metallbauunternehmen verschuldet, das Leistungen nicht erbracht habe. „In 26 Jahren war ich noch nie mit Bauherren vor Gericht.“

Hinter Harder steht in Bienenbüttel nach eigenen Angaben auch Claus Bartelt, Eigentümer eines Altenheims in Hohenbostel und früherer Sponsor des TSV Bienenbüttel. Das Grundstück wechselte bereits zweimal zwischen den beiden. Ursprünglich hatte Harder vor, auf dem 3600 Quadratmeter großen Filetstück ein Altenheim zu errichten. Dann plante er um.

Behindert fühlt er sich auch von Auflagen. „Wäre der Schallschutz nicht gewesen, wäre ich schon beim Bauamt. Das hat uns Geld und Zeit gekostet“, erzählt Harder. Und denkt schon weiter. „Wir haben noch viel mehr in Bienenbüttel vor.“

Von Gerhard Sternitzke

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