Kreisjägermeister: Niedriger Wildschweinbestand im Kreisgebiet / Kaum Schweinepest-Gefahr

„Wir haben gut gejagt“

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Die afrikanische Schweinepest sorgt in der Öffentlichkeit für große Sorge und Verunsicherung. Dennoch sollten Jäger aktuell keine Bachen schießen, betont Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge. 

Bornsen/Landkreis. Die afrikanische Schweinepest ist derzeit in aller Munde. Überall in Deutschland werden Vorkehrungen gegen die Seuche getroffen. Bauern fordern eine höhere Abschussquote bei den Wildschweinen, die als potenzielle Überträger der Krankheit gesehen werden.

Heinrich Hellbrügge

Diese Gefahr sieht Heinrich Hellbrügge für den Landkreis Uelzen aktuell nicht. „Wir haben gut gejagt“, bilanziert Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge die bisherige Jagdsaison. Die geschossene Strecke werde bei weit mehr als 4000 Wildschweinen liegen, erklärt der Kreisjägermeister. In den vergangenen Jahren habe man im Schnitt zwischen 3500 und 4000 Tiere erlegt. „Wir haben den Bestand in diesem Jahr runtergedrückt.“

Und eben weil der Wildschweinbestand im Kreisgebiet aktuell auf einem recht niedrigen Stand sei, halte sich die Gefahr einer Übertragung durch Wildschweine in Grenzen, erklärt der Bornser. Denn: Je weniger Wildschweine es gebe, desto schneller könne man einer Seuche wie der afrikanischen Schweinepest wieder Herr werden. In den Wintermonaten sei das sogar noch einfacher, „weil man alles gut einsehen kann“. Selbst wenn einzelne Tiere an der Seuche verenden sollten, könnte man diese schnell finden und entfernen. „Wollen wir hoffen, dass uns die Schweinepest niemals im Sommer ereilt“, sagt Heinrich Hellbrügge.

Den Aktionismus und die große Sorgen wegen der afrikanischen Schweinepest könne er dennoch nachvollziehen. „Sicher ist die Seuche gefährlich.“ Dass die Schweinepest sich schnell auch auf den Hausschweinbestand ausbreitet, kann er sich aber nicht vorstellen. Zumindest in geschlossene Ställe würde die Seuche bei den heutigen Hygienevorschriften „nicht so schnell reinkommen“, sagt Hellbrügge. Ein großes Problem sieht er dennoch für die Schweinebauern: „Deutschland könnte für den Export von Schweinefleisch gesperrt werden.“

Dass nun von einigen Seiten die Forderung laut wird, rigoros auf alles zu schießen, was Borsten hat, findet Hellbrügge falsch: „Es gehört sich nicht, im Frühjahr Bachen zu schießen, die Jungtiere bei sich haben.“ Die Frischlinge seien auf die Muttertiere angewiesen, vergleichbar sei das auch mit dem menschlichen Verhalten, erklärt der Kreisjägermeister: „Die Jungen haben eben noch nicht die Erfahrung der Älteren und folgen diesen.“

Anders sei die Situation in den Herbstmonaten. Dann nämlich seien die Frischlinge erwachsen und kämen allein zurecht, sagt Hellbrügge. Auch die Uelzener Jäger haben im Herbst adulte Tiere geschossen. Die geforderte Abschussquote von zehn Prozent der Muttertiere habe man bereits erreicht, berichtet Heinrich Hellbrügge.

Von Florian Beye

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