Dorferneuerung: Varendorfer fürchten, dass Pläne zur Verkehrsberuhigung nie umgesetzt werden

„Wir fühlen uns betrogen“

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Die Ortsdurchfahrt Varendorf war Thema in der jüngsten Sitzung des Bienenbütteler Bauausschusses. Denn die Anwohner befürchten aufgrund der Haushaltslage, dass ihre Wünsche im Rahmen der Dorferneuerung nicht umgesetzt werden.

Bienenbüttel. Schon mehrmals ist die Varendorfer Ortsdurchfahrt in den vergangenen Jahren Thema in den politischen Gremien der Einheitsgemeinde Bienenbüttel gewesen.

Im Rahmen des vom Land Niedersachsen geförderten Dorferneuerungsprogramms soll die Fahrbahn verengt werden, um Autofahrer dazu zu bringen, langsamer durch den Ort zu fahren. Den gleichen Effekt sollen Fahrbahnschwenkungen und bepflanzte Mittelinseln an den Ortsausgängen Richtung Rieste und Natendorf bringen.

Auch am Dienstagabend in der Sitzung des Bienenbütteler Bauausschusses war die Ortsdurchfahrt wieder Thema. Der Bauausschuss beschäftigte sich mit dem Haushalt für die Jahre 2017 und 2018. Darin taucht die Dorferneuerungsmaßnahme für Varendorf zwar nicht auf. Doch ihre Umsetzung könnte durch einen anderen Punkt beeinflusst werden: Die Verwaltung schlägt aufgrund des großen finanziellen Defizits vor, die für 2018 geplante Dorferneuerung in Steddorf auf 2019 zu verschieben.

Weil die Frist für die Umsetzung der Projekte im Rahmen der Dorferneuerung am 31. Dezember 2019 endet, fürchten die Varendorfer nun, dass ihr Wunsch gar nicht mehr zum Zuge kommen könnte. „Wir als Varendorfer fühlen uns betrogen“, machte Dr. Hellmuth Hohmeister vom Dorfverein seinem Ärger in der Einwohnerfragestunde Luft. Inwieweit das große Defizit im Haushalt abzusehen gewesen sei, wollte er wissen. Auch Marita Simon-Hallensleben wollte wissen, wie es mit der Dorferneuerung für Varendorf aussehe.

Mit dem Nachtragshaushalt im Dezember 2016 sei das Defizit zu erahnen gewesen, erklärte Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Er sei definitiv dafür, dass die Maßnahmen wie geplant durchgeführt werden. Nur wisse er aktuell nicht, wo die benötigten finanziellen Mittel herkommen sollten.

Renate Niemann

Auf AZ-Nachfrage äußerte sich gestern Ortsvorsteherin Renate Niemann, die der Ausschusssitzung ebenfalls als Zuhörerin beiwohnte, aber sich als Ratsmitglied nicht in der Einwohnerfragestunde zu Wort melden darf, zum Thema Ortsdurchfahrt: „Wenn unser Projekt am Ende nicht zum Zuge kommt, ist das einfach ungerecht.“ Andere Ortsteile seien aus Sicht der Varendorfer immer wieder vorgezogen worden, „obwohl sie zum Teil schon intensiv dorferneuert wurden“. Die Verkehrsberuhigung sei wichtig für die Anwohner und zudem seit Beginn des Dorferneuerungsprogramms im Jahr 2007 Teil der Planung, betonte Niemann. Sollte die Steddorfer Dorferneuerung ins Jahr 2019 geschoben werden, sehe sie als einzige Möglichkeit, den Varendorfer Wunsch noch zu erfüllen, die Umsetzung von zwei Dorferneuerungsmaßnahmen im selben Jahr: „Angesichts der Haushaltslage ist das aber illusorisch.“

Darüber, wie schwierig die finanzielle Situation der Gemeinde ist, sprachen die Mitglieder des Bauausschusses, ohne jedoch etwas zu beschließen oder zu empfehlen: „Wir schieben das in den Verwaltungsausschuss“, waren sich letztlich alle einig.

Von Florian Beye

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