Leerfahrten sollen vermieden werden

Firma Hentschke erweitert Abbau bei Grünhagen: „Wir brauchen ja Sand“

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Ein Bagger trägt den Mutterboden ab und wirft einen langen Damm auf: Zwischen Grünhagen und Eitzen I erweitert die Firma Hentschke ihren Sandabbau.

Grünhagen. „Wie Sand am Meer“ heißt es, wenn etwas schier unbegrenzt vorhanden ist. Allerdings ist Sand auch ein begehrtes Wirtschaftsgut, das überall da gebraucht wird, wo Straßen, Häuser oder Windkraftanlagen gebaut werden.

Ein Bagger wirft gerade zwischen Grünhagen und Eitzen I einen Wall aus Mutterboden auf. Die Sandgrube wird erweitert. Das bestätigt Betreiber Eckhard Hentschke auf AZ-Nachfrage.

„Das ist ein guter Sand, und wir liegen günstig von der Lage hier“, erklärt der Gerdauer Unternehmer, der insgesamt fünf Gruben betreibt. Von Grünhagen aus fahren die Sandlaster Baustellen in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometern in den Landkreisen Uelzen und Lüneburg an.

Rund 200 000 Kubikmeter Boden, schätzt Hentschke, wurden seit 2002 bereits gefördert. Nun nimmt er den zweiten von drei Abbau-Abschnitten in Angriff. Insgesamt reicht die Abbaugenehmigung bis zum Jahr 2022 und umfasst etwa 1 Million Kubikmeter Sand. Laut Kreisverwaltung dürfen von den neuneinhalb Hektar Ackerland 8 Hektar bis zu elf Meter tief abgebaut werden.

Die Klagen der Grünhagener über viele Lastwagen auf der Eitzener Straße relativiert Hentschke: „Es gibt Monate, da fahren wir aus dieser Grube gar nichts“, gibt der Unternehmer zu bedenken. „Im letzten Vierteljahr sind die Lkw aber verstärkt gefahren, weil im Landkreis Lüneburg Windparks gebaut werden.“ Schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei sein Unternehmen bemüht, unnütze Lkw-Kilometer zu vermeiden. „Man versucht, die Leerfahrten zu reduzieren“, berichtet Hentschke. Ohne gehe es aber nicht: „Wir brauchen ja Sand.“

Im Gegenzug wird die Grube mit Bodenaushub von Baustellen verfüllt. Dort wird dann irgendwann auch der Wall aus Mutterboden wieder verteilt.

Die Abbaugenehmigung ist mit verschiedenen Auflagen verbunden. So wird an vier Messbrunnen jährlich der Grundwasserstand kontrolliert, teilt der Landkreis mit. Zudem wurden schon einzelne Ausgleichsmaßnahmen für die Natur durchgeführt. So wurde bereits eine Fläche der natürlichen Entwicklung überlassen.

Von Gerhard Sternitzke

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