Der Bienenbütteler Werner Simon kritisiert die Post / Unternehmen räumt Personalengpass ein

Und wieder ist der Briefkasten leer

+
Vergeblicher Blick in den Briefkasten: Werner Simon kritisiert, dass die Post an bestimmten Tagen die Straße Weite Welt in Bienenbüttel nicht beliefert hat. Laut Post gab es Anfang Dezember einen unerwartet hohen Krankenstand. 

Bienenbüttel. Der Gang zum Briefkasten endet für Werner Simon öfters mit einer Enttäuschung. Das Blechbehältnis vorn am Zaun ist immer wieder mal leer.

Nicht dass dem 61-jährigen Bienenbütteler keiner schreiben würde oder dass ihm Unternehmen keine Werbung zugedacht hätten – offenbar erreicht die Post an bestimmten Tagen einfach nicht mehr die Straße Weite Welt, die nach Simons Beobachtung am Ende einer Tour liegt.

„Die Post ist unzuverlässig geworden“, kritisiert Simon. „Egal welche Sendung bei der Post aufgegeben wird, hat der Absender Anspruch darauf, dass sie von der Post zugestellt wird“, findet er. Sein Verdacht: Bestimmte Viertel oder Straßenzüge würden an einzelnen Tagen, vor allem an Sonnabenden, bewusst von der Zustellung ausgespart. „Das muss irgendwie von vorgesetzter Stelle kommen“, vermutet der IT-Projektleiter.

Im Dezember hat Simon begonnen, die Unregelmäßigkeiten, die er bereits seit etwa einem halben Jahr feststellt, zu protokollieren. Am Freitag, 2. Dezember, wird demnach gar keine Post zugestellt, ebenso am Sonnabend, 3. Dezember. Am Freitag, 16. Dezember, kommen zwar Briefe an, nicht aber eine Postwurfsendung, die eigentlich an diesem Tag ausgetragen wird. Am Sonnabend, 17. Dezember, dann wieder überhaupt keine Zustellung. Auch ein für den Tag laut Nachverfolgung im Internet angekündigtes Paket trifft beim Nachbarn nicht ein.

„Nicht hinnehmbar“, findet das Simon. Wenn es Personalprobleme, etwa einen hohen Krankenstand, gebe, dann könne man das rechtzeitig planen. Unter einer telefonischen Servicenummer wird sein Anliegen zwar „freundlich“, aber nur als Einzelbeschwerde entgegengenommen. Ihm geht es aber darum, dass ein ganzer Straßenzug bei der Zustellung benachteiligt wird. Eine Sammelbeschwerde sei nur schriftlich – als Brief, nicht als E-Mail – möglich, heißt es.

„Zu Beginn Dezember hatten wir personelle Probleme“, räumt Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt ein. Der Grund sei eine nicht erwartbare Häufung von Krankheitsfällen gewesen. „Wir hatten dann Zustellkräfte, die sich nicht auskannten und nicht alles zustellen konnten“, so Hogardt. Dazu komme die Flut der Weihnachtssendungen, die schon im November angeschwollen sei. Mittlerweile habe man das Problem aber wieder im Griff

Grundsätzlich, stellt der Sprecher klar, gebe es immer Unwägbarkeiten auf den Touren der Austräger, die dazu führen könnten, dass Briefe und Pakete nicht mehr ankommen. Der Grund sei das Arbeitsschutzgesetz, das auch für die Postbeschäftigten gelte: „Nach zehn Stunden ist Schluss.“

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare