Gerd-Peter Hoogen bietet in Wichmannsburg seit rund 30 Jahren Fastengruppen an

„Wie ein innerer Frühjahrsputz“

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„Die Leichtigkeit des Seins“ – so ist der Flyer überschrieben, mit dem Gerd-Peter Hoogen über die diesjährige Fastengruppe in Wichmannsburg informiert. 

Wichmannsburg. Wenn er am Ende der Woche in die vielen zufriedenen und glücklichen Gesichter blicke, sei das für ihn die größte Freude, sagt Gerd-Peter Hoogen.

Eine Woche mit anderen in einer Gruppe zu fasten, könne die Menschen über Jahre hinweg verbinden, sagt der ehemalige Wichmannsburger Pastor mit einem Lächeln im Gesicht: „Wenn sich dadurch Freundschaften entwickeln, dann ist das doch ein tolles Ergebnis. “.

Seit nunmehr 30 Jahren bietet Gerd-Peter Hoogen Fastengruppen in Wichmannsburg an. Die nächste beginnt am Aschermittwoch, 14. Februar. Ein Informationsabend, bei dem Hoogen Allgemeines zum Fasten und zu den Rahmenbedingungen erzählt, findet am Mittwoch, 31. Januar, ab 19.30 Uhr im Wichmannsburger Gemeindehaus statt.

Zu Beginn habe er noch Sorge gehabt, ob die Teilnehmer ohne Essen gesund bleiben würden, erinnert sich der heute 67-Jährige: „Ich war ja in dem körperlich-medizinischen Bereich gar nicht vorgebildet.“ Deshalb arbeitete er zunächst mit einer Ärztin zusammen. Über die Jahre habe er aber so viele Erfahrungen gesammelt, dass er die Gruppen schon lange ohne ärztliche Betreuung anbietet.

Dass Fasten bei Erkrankungen wie Arthrose oder Migräne eine heilende Wirkung haben soll, ist hinlänglich bekannt. Aber: „Ich tue mich da schwer mit, etwas zu versprechen, dass ich nicht sicher halten kann“, sagt Gerd-Peter Hoogen. Die Wichmannsburger Gruppe sei deshalb ausdrücklich kein Heilfasten, sondern Fasten für Gesunde. Und noch etwas betont er: „Die Fastengruppe ist kein Glaubenskurs, sondern für alle Menschen aller Religionen offen, die bereit sind, auch spirituelle Erfahrungen zu machen.“

Während der Fastenwoche trifft sich die Gruppe jeden Abend für eineinhalb bis zwei Stunden, berichtet Hoogen, dem die Verbindlichkeit ganz wichtig ist. Alle Teilnehmer sollen möglichst bei allen Treffen dabei sein, denn: „Verbindlichkeit schafft auch Vertrauen.“ Das sei nötig, weil in der Gruppe viele Themen wie Trennungen oder gemachte Fehler thematisiert werden.

„Auf Nahrung zu verzichten, stellt für den Körper eine Krise dar“, erklärt Gerd-Peter Hoogen. Es führe den Menschen an gewisse Grenzen. „Wenn wir diese erreichen, fangen wir an zu denken: Warum lebe ich? Wo soll es hingehen? Wo liegt der Sinn des Lebens?“ Das Fasten und die Suche nach dem Lebenssinn gehören für Hoogen logisch zusammen. Viele frühere Teilnehmer hätten ihm berichtet, dass sie durch das Fasten eine neue Perspektive gefunden hätten. „So gesehen ist das Fasten wie ein innerer Frühjahrsputz“, sagt Hoogen.

Natürlich würden viele Leute fasten, weil sie hoffen, dadurch schnell Gewicht zu verlieren. Kurzfristig stimme das auch, bestätigt Hoogen: „Ich nehme in der Fastenwoche bestimmt fünf Kilogramm ab und fühle mich sensationell.“ Doch wer glaubt, dass er durch Fasten schlank werden und bleiben kann, der irre sich. Diesen Menschen rät er, sich lieber ausgewogen zu ernähren. Beim Fasten sei es wichtig, mit ganzem Herzen dabei zu sein: „Dann hat man in der Woche sicher viele Glücksmomente. 95 Prozent der Teilnehmer sind danach zufrieden und dankbar.“

Von Florian Beye

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