Fatna Belhaj (25) aus Marokko lebt ein Jahr lang als Au-Pair bei einer Familie in Bienenbüttel

„Wie ein Familienmitglied“

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Seit sechs Monaten lebt Fatna Belhaj (links) als Au-Pair zu Gast bei Sabrina Schlüter und Benjamin Bathge in Bienenbüttel. Deren Tochter Jenna sei für sie mittlerweile wie eine eigene Tochter, sagt die 25-jährige Marokkanerin. 

Bienenbüttel. „Meine Erwartungen wurden übertroffen“, zieht Fatna Belhaj ein positives Zwischenfazit. Seit sechs Monaten lebt die junge Marokkanerin als Au-Pair in Bienenbüttel. Weitere sechs Monate werden folgen.

„Ich habe Glück, dass ich bei jungen Leuten gelandet bin“, sagt die 25-Jährige. Denn die würden ihre Interessen besser verstehen als ältere Menschen. „Wenn ich abends mal feiern will, sagen sie nicht nein“, erzählt Fatna Belhaj.

Über ein Au-Pair-Portal im Internet ist sie zu Sabrina Schlüter (31) und Benjamin Bathge (33) gelangt. Die beiden Bienenbütteler haben einen eigenen Malerbetrieb und dementsprechend viel zu tun. Fatna Belhaj kümmert sich tagsüber um die fast dreijährige Tochter Jenna. „Wir machen viel Schönes zusammen“, sagt das Au-Pair-Mädchen. Zu den regelmäßigen Aktivitäten zählen Einkaufen, Enten füttern und Spielen auf dem Spielplatz. Zu Beginn habe Jenna „nur mit Mama oder Papa“ spielen wollen, berichtet die Marokkanerin, die zwei ältere Geschwister hat. Aber: „Jetzt ist Jenna wie eine eigene Tochter für mich.“

Für Deutschland habe sie sich ganz bewusst entschieden, erklärt Fatna Belhaj: „Ich mag Angela Merkel und bin an der deutschen Kultur interessiert.“ Dabei sei ihr egal gewesen, ob sie in eine Großstadt oder aufs Land kommt. In Bienenbüttel habe sie bislang nur positive Eindrücke gesammelt, sagt die Marokkanerin: „Mir gefällt alles gut, und die Menschen sind sehr nett.“

Die Unterschiede zwischen ihrer Heimat Marokko und Deutschland seien natürlich groß. Als Beispiele nennt sie das Wetter und die unterschiedlichen Feste. „Wir haben zum Beispiel ein großes Opferfest, dafür aber kein Weihnachten.“ An ihr erstes Weihnachtsfest vor gut einem Monat erinnert sich Fatna Belhaj, die in Marokko nach dem Abitur eine Ausbildung zur Verkäuferin absolviert hat, gerne zurück: „Das war total schön.“ Besonders habe ihr das Schmücken des Tannenbaums gefallen.

Sprachliche Barrieren habe es nur zu Beginn gegeben, berichtet Sabrina Schlüter: „Fatna lernt unheimlich gut Deutsch und ist für uns wie ein Familienmitglied.“ Und wenn doch mal Worte unklar sind, helfe der Google-Übersetzer.

Au-Pair-Mädchen seien eine riesen Hilfe und eine Bereicherung, sagt sie: „Ich bin selbst so aufgewachsen, meine Mutter hatte immer Au-Pair-Mädchen, als ich noch klein war.“ Ihre Tochter Jenna wollten Sabrina Schlüter und Benjamin Bathge nicht in die Krippe geben, denn: „Gerade in den ersten drei Jahren ist es wichtig, dass Kinder irgendwie bei mindestens einem Elternteil sind.“ Der Malerbetrieb schließt direkt an die Wohnung der beiden an. So können Jenna und Fatna bei Fragen immer kurz rübergehen. „Mit Fatna haben wir echt Glück gehabt“, lobt Sabrina Schlüter. Die Kinderbetreuung sei so viel persönlicher als in einer Krippe, wo mehrere Kinder von einer Erzieherin betreut werden, findet sie.

Von Florian Beye

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