Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke setzt weiter auf Lärmschutz für die Anwohner

Wenn das dritte Gleis kommt

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Alltag in Bienenbüttel: Ein Güterzug rattert durch den Bahnhof. Lärm und Erschütterungen gehören zum Leben an der Bahnlinie dazu. Beim Bau eines dritten Gleises setzt der Bürgermeister auf zusätzlichen Lärmschutz. Fotos: Sternitzke

Bienenbüttel. Die Bahn ist Fluch und Segen zugleich für Bienenbüttel. Zahlreiche Pendler profitieren von den Zügen nach Hamburg. Andererseits sind zwei Drittel des Orts vom Bahnlärm betroffen.

Was der geplante dreigleisige Ausbau für Bienenbüttel bedeutet und ob sich die Gemeinde für eine Umfahrung aussprechen sollte, darum ging es am Donnerstagabend im Gemeinderat.

Ulf Herzbruch

„Warum wendet sich die Gemeinde Bienenbüttel nicht dagegen, dass Güterzüge mit einer Länge von bis zu 750 Metern und einer Geschwindigkeit von bis zu 230 Stundenkilometern mitten durch die Gemeinde geführt werden?“, wollte Bahn-Anwohner Ulf Herbruch wissen. Die Stadt Lüneburg, die Gemeinde Deutsch Evern und die Stadt Bad Bevensen hätten sich offenbar erfolgreich gegen die zusätzlichen Belastungen gewehrt: Die Bahn hat angekündigt, für diese Orte Umfahrungen zu prüfen. „Die Situation im Gebiet der Gemeinde Bienenbüttel ist identisch“, gab Herzbruch zu bedenken. „Da bisher Bedenken gegen den Ausbau als Durchfahrt durch das Zentrum der Gemeinde nicht erhoben wurden, scheint Bienenbüttel bei der Planung von Umfahrungen nicht berücksichtigt worden zu sein.“

Bürgermeister Dr. Merlin Franke verwies auf den einstimmigen Ratsbeschluss, in dem sich die Gemeinde im Vorfeld des Dialogforums Schiene Nord klar gegen eine Neubaustrecke und für einen Ausbau der Bestandsstrecke ausgesprochen hatte. „Ich glaube nach wie vor, dass es die richtige Entscheidung war“, betonte Franke. „Ich glaube, dass wir die höchste Durchschlagskraft haben, wenn wir auf Grundlage des Dialogforums eine individuelle Lösung für Bienenbüttel fordern.“ Bis April sind Kommunalpolitiker und Bürger aufgefordert, Vorschläge für eine Position der Gemeinde zu machen.

„Es hätte für uns deutlich schlimmer ausgehen können“, meinte der Bürgermeister, der nach eigener Aussage nur 150 Meter von der Bahnstrecke entfernt wohnt. Nämlich dann, wenn Züge auf einer Neubaustrecke zwischen Rieste, Varendorf und Bornsen hindurchrauschen würden. „Dann würde die Bahn den Güterverkehr über die jetztige Strecke leiten, und wir würden den alten Lärmschutzstandard behalten.“

Franke wies auch darauf hin, dass eine Umfahrungsstrecke für Lüneburg dem Verlauf der geplanten Autobahn 39 folgen könnte. „Und die Dörfer an der A 39 haben schon genug auszuhalten“, so Franke. „Ich glaube, die beste Lösung ist, mit gutem Lärmschutz mit drei Gleisen durch den Ort zu gehen.“

Von Gerhard Sternitzke

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