Westseite am Bahnhof Bienenbüttel geht leer aus / Metronom begründet Entscheidung mit Fahrgastzahlen

Weiterer Ticketautomat kommt nicht

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Weiterhin können Pendler nur auf der Ostseite ihre Fahrkarten kaufen. Dort stehen gleich zwei Geräte gegenüber, die nur einen Katzensprung entfernt voneinander sind. Eine Situation, die vom Bienenbütteler Seniorenbeirat kritisiert wird. Das Gremium wünscht sich einen Automaten auf der Westseite.

Bienenbüttel. Nun wird auf dem Bahnsteig an der Westseite des Bienenbütteler Bahnhofs doch kein weiterer Fahrkartenautomat von der Eisenbahngesellschaft Metronom aufgestellt. Eine Entscheidung, über die der Seniorenbeirat Bienenbüttel gar nicht erfreut ist.

„Wir sollten uns nicht billig abspeisen lassen“, lautet die Reaktion von Axel Holst. Auch der Vorsitzende Dieter Holzenkämpfer reagiert unzufrieden über das Ergebnis. Für ihn sei das Thema noch nicht „gegessen“.

Mitglieder aus dem Gremium wie auch der Vorsitzende der Wirtschafts- und Tourismus Gemeinschaft (WTG), Peter Dittrich, sowie der Bürgermeister Heinz-Günter Waltje haben Anfang September bei einer Begehung mit Metronom-Sprecher Hagen Tronje Grützmacher ihren Wunsch geäußert, einen weiteren Automaten aufzustellen (die AZ berichtete). Daraufhin hatte Grützmacher den Beteiligten zugesagt, noch einmal den Standort zu prüfen. Dieses habe die Eisenbahngesellschaft daraufhin ausführlich gemacht.

Als Basis hat Metronom Kriterien wie die Erreichbarkeit der Automaten für die Fahrgäste, Sicherheitsvorschriften der DB, die Anzahl der Fahrgastzustiege in beiden Fahrtrichtungen sowie Umsatz am aktuellen Standort genommen.

Im Ergebnis ist das Unternehmen dazu gekommen, dass „auf dem Bahnsteig 2 in Bienenbüttel (Fahrtrichtung Süden) nicht einmal halb so viele Fahrgäste zusteigen wie in der Gegenrichtung. Auf den Tag gerechnet sind es etwa zehn Fahrgäste pro Zug in Fahrtrichtung Uelzen“. Auf dieser Basis sei eine Aufstellung eines Fahrkartenautomaten für Metronom nicht wirtschaftlich, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Sprechers Grützmacher.

Er erklärt darin weiter, dass das Unternehmen zusätzlich mit Kosten durch die Umsetzung „von mehreren tausend Euro“ rechnen müsse. „Da es auf dem Bahnsteig 2 bisher keinen Sockel und keinen Anschluss für einen Automaten gibt, rechnen wir mit Anschlusskosten von 7000 bis 10 000 Euro (Umsetzung des Automaten, Tiefbauarbeiten, weitere Kosten durch Bauplanung und Genehmigung sowie Stromanschluss“ heißt es weiter wörtlich.

Gerne wäre das Unternehmen dem Wunsch, gerade der älteren Fahrgäste, nach der Umsetzung eines Fahrkartenautomaten nachgekommen, aber aus betrieblicher Sicht dürfe Metronom keine dauerhaften Mindereinnahmen in Bienenbüttel planen.

Entgegen kommt das Unternehmen den Fahrgästen aus Bienenbüttel dafür mit einem besonderen Service: Sollte eine Fahrstuhlstörung vorliegen, dann erhebt der Metronom den normalen Fahrpreis, ohne den sonst gültigen Zuschlag für den Bordverkauf, geht aus der Erklärung weiter hervor.

Mit dieser Begründung gibt sich der Seniorenbeirat jedoch nicht zufrieden. In einer Stellungnahme zweifelt das Gremium zum Beispiel an den Fahrgastzahlen. „Es fehlen konkrete Vergleichszahlen zur Nutzung der anderen Bahnhöfe auf der Strecke Hannover–Uelzen– Hamburg“, meint Axel Holst. Er kritisiert, dass der Metronom nicht die Situation an der Westseite berücksichtige. Dort habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren neue Parkplätze und Zugangsmöglichkeiten zum Bahnhof geschaffen.

Auch Bürgermeister Waltje zeigt sich über das Ergebnis nicht erfreut. „Die Entscheidung ist zwar nicht schön, aber wenn ein Unternehmen diese aus wirtschaftlichen Gründen trifft, dann muss man es akzeptieren.“

Für den Seniorenbeirat jedenfalls ist das Thema noch nicht vom Tisch. Er will sich zu den von der Metronom geäußerten Punkten Stellung nehmen.

Von Volker Althoff

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