Mehr Raum für Betreuung nötig

Wegen Corona bleiben mehr Bienenbütteler Kinder ein weiteres Jahr im Kindergarten

Ein Kleinkind hält einen großen Spielzeugbagger in den Händen.
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Um trotz der rund 25 Kinder, die ein weiteres Jahr im Kindergarten bleiben, über ausreichend Betreuungsplätze zu verfügen, wird die Gemeinde Bienenbüttel mobile Kita-Räume aufstellen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Die Corona-Pandemie stellt die Gemeinde Bienenbüttel vor eine ungeahnte Herausforderung. Aufgrund der Entwicklungen des vergangenen Jahres haben sich mehr Eltern von sogenannten Flexi-Kindern dagegen entschieden, ihre Sprößlinge dieses Jahr in der Grundschule einschulen zu lassen, sodass die Kinder ein weiteres Jahr in den Kindergarten gehen werden.

Bisher sind es laut Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke 19 Kinder, hinzu kommen sieben Kinder, die aufgrund der Schuluntersuchung zurückgestellt worden sind. Die Folge: Aktuell geht die Verwaltung davon aus, dass nur aufgrund dieser Entwicklung bis zum Jahresende 15 bis 20 Kinder ohne Kindergartenplatz dastehen könnten. „Vereinfacht dargestellt blockieren die 26 Kinder die Plätze der nachrückenden Kinder“, erklärt Franke.

Die Lösung: Kurzfristig soll eine weitere Kita-Gruppe mit mobilen Räumlichkeiten geschaffen werden. Diese werden vermutlich beim DRK-Kindergarten entstehen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten zwischen 250 000 und 500 000 Euro. Dazu wurden Mittel aus dem Haushalt umgeschichtet. „Die Ausschreibung läuft bereits auf Hochtouren“, sagt Franke. Es gehe jetzt darum, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Aufgrund der Kurzfristigkeit der nicht absehbaren Situation wird mit einem Aufbau erst im Spätherbst gerechnet.

Insgesamt liegt die Kindergartenkapazität laut dem Verwaltungschef in der Einheitsgemeinde bei 105 Prozent, sodass in normalen Jahren ausreichend Plätze für die Kinder vorhanden sind, auch wenn es ein paar Flexi-Kinder gibt. Diese Reserve ist jetzt aber ausgeschöpft. „Auch in normalen Jahren sorgt die Flexikind-Regel für einige Schwierigkeiten bei Klassenbildung und Kitaplatzvergabe, das hat sich durch Corona nochmals verschärft“, sagt Franke. Die ganze Regelung sorge seit ihrer Einführung 2018/19 für Probleme bei den Kommunen und den Eltern. „Leider sorgt die Vorgabe des niedersächsischen Kultusministeriums dafür, dass an der Lebenswirklichkeit der Eltern und Kommunen schlichtweg vorbeigeplant wird“, kritisiert Franke.

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