Bienenbüttel: Arbeitskreis „Flächennutzungsplanung“ hat bereits mögliche Bauflächen identifiziert

„Wachstum ist wichtig“

Im Baugebiet „Wellbruch II“ zwischen Neu Steddorf und Steddorf sind aktuell noch Bauarbeiten in Gange. Die Gemeinde sucht bereits nach möglichen neuen Bauflächen und ist dabei offenbar fündig geworden.
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Im Baugebiet „Wellbruch II“ zwischen Neu Steddorf und Steddorf sind aktuell noch Bauarbeiten in Gange. Die Gemeinde sucht bereits nach möglichen neuen Bauflächen und ist dabei offenbar fündig geworden. 

Bienenbüttel. „Wir haben einige mögliche Bauflächen identifiziert“, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Um welche Gebiete beziehungsweise Flächen es sich handelt, will er noch nicht preisgeben.

Sicher ist aber: „Zwei bis drei Flächen wollen wir so schnell wie möglich überplanen, um die aktuelle Nachfrage zu decken“, erklärt Franke. Die übrigen Flächen sollen innerhalb von zwei Jahren überplant werden.

Rund zehn Monate hat der Arbeitskreis Flächennutzungsplanung bislang gearbeitet und sich eben unter anderem mit der Auswahl möglicher neuer Bauflächen beschäftigt. Offenbar mit Erfolg: „Für alle möglichen Flächen soll nun die Mobilisierbarkeit bei den jeweiligen Eigentümern abgefragt werden“, heißt es in einem Bericht des Arbeitskreises. Eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den Ergebnissen ist für Mitte/Ende Oktober geplant.

Die Kriterien bei der Auswahl möglicher neuer Baugebiete waren vielfältig, berichtet der Bürgermeister. Er nennt die Bereiche Technik, Natur- und Hochwasserschutz, Emissionen und Stadtplanung. So sei es zum Beispiel nicht sinnvoll, ein Gebiet zu besiedeln, wo noch keine Infrastruktur vorhanden ist: „Wenn wir erst eine Straße bauen und ganz neue Abwasserleitungen legen müssen, sind die ersten 100 000 Euro weg, bevor dort jemand bauen kann“, erklärt Franke. Deshalb habe der Arbeitskreis zu jedem Fachthema einen Experten dazugeholt, um möglichst nur Flächen zu identifizieren, die „sinnvoll und realisierbar sind“.

Eine weitere Frage im Arbeitskreis war und ist folgende: Wie soll sich die Gemeinde Bienenbüttel insgesamt entwickeln? Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass die Gemeinde seit 1990 bis heute um rund 1200 Einwohner gewachsen ist – von 5 682 auf 6 870. Die Statistik zeigt jedoch auch, dass sich in den vergangenen zehn Jahren in Sachen Einwohnerzahl wenig getan hat. „Aber wir brauchen ein kontrolliertes Wachstum“, betont Franke. Und die Nachfrage sei definitiv da, die Verwaltung bekomme viele Anfragen nach Bauplätzen. Dabei komme es darauf an, kontrolliert zu wachsen. „Es ist ja nicht so, dass wir jetzt auf einmal 500 bis 1000 neue Bauplätze ausweisen wollen.“ Aber Wachstum an sich sei etwas Positives und bringe die gesamte Gemeinde weiter. „Ohne die Zugezogenen würde dem Ort Vieles fehlen“, ist sich Dr. Merlin Franke sicher, „die Vereine wären nicht da, wo sie heute stehen.“

Vor allem der Kulturverein sei ein gutes Beispiel dafür, dass Wachstum – sprich: Zuzug neuer Bürger – belebend sein kann. Den gründeten nämlich vor 15 Jahren einige damalige Neu-Bienenbütteler. „Wenn in die gleiche Suppe ein neues Gewürz kommt, schmeckt sie meist besser“, sagt Franke, der sich die Folgen nicht ausmalen will, sollte Bienenbüttel mal 1000 Einwohner weniger haben. Genau seien diese Konsequenzen nicht prognostizierbar, aber: „Es hätte sicher Auswirkungen auf alle Bereiche der Daseinsvorsorge.“ Vorstellbar sei unter anderem, dass Geschäfte sowie Vereine sterben und Ärzte aus Bienenbüttel weggehen, meint Franke. So weit soll es aber nie kommen, wenn es nach dem Bürgermeister geht.

Von Florian Beye

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