„Wir wollen keine Extra-Würste“

Vorsitzender Dieter Heinemeyer spricht über die Arbeit des Seniorenbeirats Bienenbüttel

+
Die Notfalldose ist eine der Ideen, die der Seniorenbeirat und ihr Vorsitzender Dieter Heinemeyer in den vergangenen 20 Jahren auf den Weg gebracht haben. 

Bienenbüttel – Notrufbank, Notfalldose oder barrierefreies Einkaufen – der Seniorenbeirat hat in der Zeit seines Bestehens einiges in Bienenbüttel auf den Weg gebracht. Vor 20 Jahren wurde das Gremium in der Gemeinde ins Leben gerufen.

„Damit war sie Vorreiter im Landkreis“, sagt der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Dieter Heinemeyer.

Initiator des Beirats, der die Interessen der älteren Bevölkerung vertreten soll, war Klaus Wedekind, berichtetet Heinemeyer. Ohne seine Argumente und Überzeugungskraft hätte es den Seniorenbeirat nicht gegeben. „Wir wollen aber keine Extra-Würste nur für Senioren, auch die anderen Generationen sollen von unserer Arbeit profitieren“, sagt der Vorsitzende Dieter Heinemeyer. Ziel sei es vielmehr, dass Projekte auch einen Nutzen für alle Bienenbütteler haben. So profitierten von der Barrierefreiheit auch junge Familien, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Und von den Notrufbänken könnten auch alle Generationen einen Nutzen ziehen, sei es der gestürzte Radtourist oder der Jogger, der umgeknickt ist und nicht mehr weiterlaufen kann. „Wir wollen, dass auch die Jüngeren von unseren Ideen profitieren und älter wird nun einmal jeder“, sagt Heinemeyer.

Die Notrufbänke in Bienenbüttel wurden auf Initiative des Seniorenbeirats geschaffen.

Der Erfolg der Notrufbänke, die auch in anderen Gemeinden des Landkreises aufgestellt wurden, und auch der Notfalldosen zeige, wie wichtig solche Ideen seien. „Meist sind es schon kleine Dinge, die helfen, wie eine Lupe am Einkaufsregal für die Leute, die Schwierigkeiten haben, die Preise zu lesen“, sagt Heinemeyer.

Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung laufe gut, bilanziert der Vorsitzende. Vor 20 Jahren seien die Belange der Senioren noch kein großes Thema gewesen, inzwischen würden sie berücksichtigt. „Es ist ein Erfolg, dass die Politik das als selbstverständlich wahrnimmt“, sagt Heinemeyer. Auch bei Bauherren und Investoren sei das barrierefreie Bauen inzwischen fest verankert.

Auch der Kernort Bienenbüttel biete den Senioren alles, was sie zum Leben brauchen. Arzt, Apotheke, Läden zum Einkaufen seien zu Fuß zu erreichen. Nur eines fehlt: günstiger Wohnraum. „Das ist zurzeit ein Problem. Uns sind da die Hände gebunden. Aber Politik und Verwaltung werden da hoffentlich Lösungen finden“, sagt Heinemeyer. Viele Ältere, die von den Ortsteilen in den Kernort ziehen wollen, könnten sich die Mieten nicht leisten.

Das Ganze sei jedoch nicht nur ein Problem der älteren Generation, sondern auch jüngere Familien mit geringen Einkommen seien betroffen.

VON LARS LOHMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare