Landkreis: Pflicht zur Abdeckung besteht

Vögel verenden im offenen Güllelager bei Bienenbüttel

Ein toter Bussard liegt in einem Güllelager bei Bienenbüttel
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Diesen toten Bussard fand Manuela Zymmek in einem offenen Güllelager bei Bienenbüttel. Immer wieder habe sie tote Tiere in dem Silo gefunden. Laut dem Landkreis Uelzen besteht eine Pflicht zur Abdeckung der Silos.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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  • Daniel Bieling
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Bienenbüttel/Landkreis – Den Anblick des in einem Güllelager zugrunde gegangen Bussards wird Manuela Zymmek so schnell nicht wieder vergessen. „Ich bin richtig erschrocken gewesen. Der Vogel ist elendig ertrunken“, berichtet sie.

Mit einer Bekannten war Zymmek in der Feldmark rund um Bienenbüttel unterwegs, als sie den Vogel in einem offenen Silo entdeckte. Das sei auch kein Einzelfall gewesen, immer wieder habe sie tote Singvögel in dem Silo entdeckt. „Die Tiere werden sicherlich versucht haben, an Wasser zu gelangen“, sagt Werner Zymmek. Er könne nicht verstehen, warum der Silo nicht abgedeckt worden sei. „Es ist ja keine schwierige Sache, ein Netz oder einen anderen Schutz für die Vögel darüber anzubringen. Eine Ente kommt da wieder raus, andere Vögel ertrinken“, sagt Werner Zymmek. Er könne nicht verstehen, warum hier nicht gehandelt wird.

Pflicht zur Abdeckung besteht

Laut dem Landkreis Uelzen besteht bei allen Güllebehältern aufgrund der Ammoniakemissionen eine Pflicht zur Abdeckung der Behälter. Die Neueren haben einen Deckel, bei älteren Anlagen besteht die Abdeckung aus einer Schwimmschicht. „Bei Rindergülle bildet sich die Schwimmschicht von selbst, bei Schweinegülle wird eine Strohhäckselschicht als Schwimmschicht aufgebracht“, erklärt Kreissprecher Martin Theine. Betriebsbedingt sei es aber unvermeidlich, dass Güllelageroberflächen zeitweise nicht abgedeckt sind. Dies kann zum Beispiel nach Befüll- und Entleerungsvorgängen oder nach dem Aufrühren der Gülle der Fall sein, oder wenn der Güllebehälter mit Schweinegülle befüllt wurde und die Strohhäckselschicht oder emissionsmindernde Schwimmkörper noch nicht aufgebracht wurden. Dann könne es vorkommen, dass Tiere dort ertrinken. Die Überwachung der Anlagen obliegt dem Landkreis, nach dessen Angaben es Baugenehmigungen im hohen dreistelligen Bereich für Güllelager im gesamten Kreisgebiet gibt. Es seien jedoch längst nicht mehr alle Anlagen in Betrieb.

Kein vermehrt auftretendes Problem

„Dass hin und wieder Vögel in offenen Güllebehältern ertrinken, können wir uns vorstellen, etwa wenn eine Schwalbe bei der Jagd nach Insekten der Wasseroberfläche im Behälter zu nahe kommt“, sagt Wolfgang Ehrecke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu dem Sachverhalt. Es sei jedoch nicht bekannt, dass es sich hierbei um ein vermehrt auftretendes Problem handele. „Ein aus Emissionsschutzgründen angeschaffter Deckel für ein Güllelager dient damit zugleich dem Vogelschutz – das ist ja ein positiver Nebeneffekt“, meint Ehrecke.

Um ein solches Güllelager mit Deckel zu bauen, gibt es Förderungen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft biete ein Förderprogramm für Investitionen in Klima-, Umwelt- und Naturschutz an, erklärt Ehrecke. Darin enthalten sind auch Förderungen für Gülle-Lagerbehälter mit Abdeckung sowie Erdbecken zur Güllelagerung mit Abdeckung. Das Mindestinvestitionsvolumen je Antrag liegt laut Ehrecke bei 10 000 Euro. Bei landwirtschaftlichen Betrieben beträgt der Zuschuss 40 Prozent der Investitionssumme.

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