Wo ist Schröder?

Vier Spürhunde suchen in Steddorf nach dem entlaufenen Mops der Familie Brunhöber

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Schröder ist in Steddorf bekannt wie ein bunter Hund. Seit elf Tagen wird der Mops vermisst.

Steddorf. Schröder ist in Steddorf bekannt wie ein bunter Hund. „Jeder, der bei uns auf dem Hof Kartoffeln holt, kennt den Hund“, sagt Alexandra Brunhöber über den kleinen schwarzen Mops der Familie. Doch seit elf Tagen wird Schröder vermisst.

Andrea Wipper (links) schaut sich zusammen mit den Brunhöbers und Anja Thiem (rechts) das Bewegungsprofil der Spürhunde auf dem Smartphone an. Klar wird, dass Schröder die Straße überquert hat und sich in einem kleinen Bereich aufgehalten hat.

Das halbe Dorf sei auf den Beinen, um nach dem Mops zu suchen, auch die Jäger wissen Bescheid und die Tierheime sind informiert. Gestern am Reformationstag haben sich die Brunhöbers dann tierische Hilfe geholt. Maren Welskopf, Andrea Wipper, Anja Thiem und Corinne Dorka vom Verein K 9 kamen mit ihren vier für die Suche nach vermissten Tieren ausgebildeten Spürhunden nach Steddorf, um Schröder aufzuspüren und seine Bewegungen am Tag des Verschwindens nachzuvollziehen.

„Das besondere ist, dass die Hunde ältere Spuren von jüngeren unterscheiden können“, erklärt Maren Welskopf. Nur nach extremer Hitze oder Kälte seien die Spuren für die Tiere nicht mehr aufzufinden. Damit die Hunde wissen, wen sie überhaupt suchen müssen, schnüffeln sie zunächst an einer Mullbinde, die gemeinsam mit Schröders Hundematte luftdicht verpackt war. Danach müssen alle Familienmitglieder und Hündin Mia antreten, damit sie vom Spürhund ausgeschlossen werden können und er ausschließlich den Mops sucht. „Die Hunde werden mehrere Jahre ausgebildet“, erklärt Corinne Dorka. 30 bis 45 Minuten können die Spürhunde eingesetzt werden, dann sind sie zu erschöpft, um weiter zu suchen. „Das ist Teamarbeit. Hund und Halter müssen sich aufeinander verlassen können“, sagt Maren Welskopf. So könne schon die falsche Leinenführung dazu führen, dass der Hund die Spur verliert. Außerdem verhalte sich jeder Hund anders, wenn er einer Spur folgt. Daher müsse man genau wissen, wie sich der Hund verhält.

Vier Stunden dauert die Suche nach Schröder gestern. Durch ein Bewegungsprotokoll, das ein weiteres Team am Computer erstellt, wird klar, dass Schröder am Tag seines Verschwindens wohl die Hauptstraße überquert hat und sich als letztes in einem kleineren Bereich aufgehalten hat. Was dann mit ihm geschah, ist unklar. „Wenn er hier aber irgendwo liegen würde, hätten wir ihn wohl gefunden“, sagt Anja Thiem.

Dass der Mops einfach so verschwunden ist, daran glaubt Alexandra Brunhöber nicht. „Er ist immer nur die 700 Meter bis zur Scheune gelaufen. Dass er weggelaufen ist, kann ich nicht glauben.“ Sie kann sich eher vorstellen, dass der sehr zutrauliche Schröder mitgenommen wurde. Der übergewichtige Hund, der sich gern am Katzenfutter und dem Essen von Hündin Mia bedient, ist gechippt und registriert. Außerdem hat Schröder Angst im Dunkeln und mag nicht gerne allein sein. „Er jault dann wie ein Seehund“, sagt Alexandra Brunhöber. Sie und die ganze Familie hoffen darauf, dass der Mops wieder zurückkehrt. Die drei- und neunjährigen Kinder vermissen ihren Schröder sehr. „Vor allem möchte ich Gewissheit darüber haben, was mit ihm passiert ist.“

Von Lars Lohmann

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