Grundschule Bienenbüttel hat seit Jahren eine Schülerzeitung / Aktuelle Ausgabe ab nächster Woche

Viele kleine Zeitungsmacher

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Stolz präsentieren diese elf Viertklässler die aktuelle Ausgabe der „Kids Zeitung Bienenbüttel“. Seit knapp 15 Jahren gibt es die Schülerzeitung an der Grundschule Bienenbüttel. Sie erscheint zweimal im Jahr. Foto: Beye

Bienenbüttel. „Redakteur ist schon ein cooler Beruf“, sagt Matti. Für seine Zukunft habe er eine Liste mit Sachen, die er sich beruflich vorstellen könnte. „Zeitung machen gehört auf jeden Fall dazu“, sagt der Neunjährige.

Einen späteren Beruf, bei dem er Beiträge schreibt und Fotos macht, kann sich auch der zehnjährige Alexander vorstellen, „aber eher was mit Computern“. Genaue Pläne für die Zukunft haben die beiden Schüler natürlich noch nicht. An der Grundschule Bienenbüttel gehören beide zu einer Gruppe von 15 Viertklässlern, die an der „Kids Zeitung Bienenbüttel“ mitwirken.

Gestern laufen die letzten Vorbereitungen für den kommende Woche startenden Verkauf der ersten Ausgabe der Schülerzeitung in diesem Jahr. Einmal wöchentlich treffen sich die Schüler mit Lehrer Dr. Frank Corleis im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft. Doch die Schülerzeitung ist keine klassische AG. Sie ist vielmehr eine kleine Schülerfirma, erklärt Corleis: „Die Kinder lernen hier schon früh den Umgang mit Geld.“

Um den Druck der Zeitung zu finanzieren, sind die Schüler in die Bienenbütteler Geschäfte gegangen: „Wir haben gefragt, ob sie eine Anzeige machen wollen“, berichtet der zehnjährige Louis. 17 Anzeigen sind in der aktuellen Ausgabe zusammengekommen. „Viele Unternehmen unterstützen uns schon seit Jahren“, erzählt Corleis. Knapp 15 Jahre lang gibt es die Schülerzeitung bereits, sie erscheint zweimal im Jahr. Die Geschäftsleute seien begeistert, dass schon Kinder lernen, Werbung für etwas zu machen und über Finanzierungsmöglichkeiten nachzudenken.

Die Themen, die sich in der aktuellen Ausgabe wiederfinden, sind vielfältig. Da geht es zum Beispiel um den Wolf, um die Tiere in Afrika und darum, wie eine blinde Mitschülerin auch lesen und schreiben kann. Melvin hat einen kurzen Text darüber geschrieben, wie es für ihn war, nach einer Fuß-OP mehrere Monate im Rollstuhl zu sitzen. „Anfangs war ich nicht so begeistert, als ich in die AG kam, aber jetzt macht es Spaß“, sagt der Zehnjährige. „Es macht mir einfach Spaß, Texte zu schreiben“, erzählt Johanne. Die Neunjährige hat für das aktuelle Heft zusammen mit einer Freundin Schulleiterin Gudrun Boldhaus ein paar Fragen zum alle vier Jahre stattfinden Zirkus-Projekt gestellt.

Am Anfang der Planungen zu jeder Ausgabe steht ein kurzes Brainstorming, erklärt Frank Corleis: „Was interessiert uns? Und was können wir gut? Das sind dabei die wichtigsten Fragen.“ Bevor dann die Recherche zu einzelnen Themen losgeht, gebe es einige Stunden Theorie: „Die Kinder lernen zum Beispiel, dass in Artikeln nur die Wahrheit geschrieben werden darf“, erläutert der Lehrer. Zudem gehe es um die richtige Recherche, Interviewtechniken und Rechte.

Von Florian Beye

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