Viele Baumfrüchte in den Dörfern

Viele Eicheln – harter Winter? Wetterfrosch Zaki glaubt nicht an alte Bauernregel

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Die Eichen in den Dörfern im Landkreis Uelzen werfen in diesem Jahr so viele Eicheln ab wie seit Jahren nicht mehr. Ein Vorzeichen für einen harten Winter ist das aber nicht, stellt AZ-Wetterfrosch Zaki klar.

Bornsen/Landkreis Uelzen. Eicheln satt im Landkreis Uelzen. Wie scharfe Geschosse knallen die Baumfrüchte auf Straßen und Autos – das Thema, wenn Nachbarn sich am Wochenende beim Straßefegen treffen. Sie haben in diesem Jahr viel zu tun.

Heinrich Hellbrügge

Und dann ist zu hören: „Das gibt einen harten Winter. “ Was ist dran an der Bauernregel? Das wollte die AZ von Wetterfrosch Reinhard Zakrzewski und von Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge wissen. „Das kehrt jedes Jahr wieder wie das Ungeheuer von Loch Ness“, kommentiert Wetterfrosch Zaki. Belegen lasse sich der Zusammenhang zwischen vollen Eichbäumen und kalten Wintern nicht. „Es gibt viele Eicheln, weil die Blüte der Eichen gut war und die Bienen sie bestäubt haben sowiedas Frühjahr warm war“, formuliert er die nüchterne Ursachenkette. „Daraus auf die Zukunft zu schließen, ist unmöglich.“ Zakrzewskis Urteil: Aberglaube.

Reinhard Zakrzewski

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, auf zukünftige Witterung zu schließen – die beziehen sich aber nicht auf die Pflanzen- oder Tierwelt. „Wir haben in der Atmosphäre Erhaltungstendenzen, deshalb ist der Siebenschläfer so treffsicher“, erklärt Zakrzewski. Auch eine Witterungsregel für den Winter hat Zaki parat: „Oktober rau – Januar flau“, lautet sie kurz und bündig. Da Zaki einen etwa ein Grad zu kalten Oktober erwartet, hat sie einige Wahrscheinlichkeit. Heinrich Hellbrügge bestätigt, dass vor allem Eichen in Waldrandlagen und in den Dörfern in diesem Jahr brechend voll hingen – für die Schwarzkittel ist damit der Tisch reichlich gedeckt. „Das Problem ist“, erklärt der Kreisjägermeister: „Die Wildschweine brauchen, wenn sie Eicheln fressen, tierisches Eiweiß.“ Die Eicheln enthalten vor allem Stärke, als Beilage suchen die Schweine nach Würmern. Schon jetzt gebe es deutliche Schäden an den Viehweiden.

Einen Zusammenhang mit dem Winter sieht auch Hellbrügge nicht. „Vor zwei Jahren hatten wir Eicheln ohne Ende, und es war trotzdem ein warmer Winter.“ Dafür dürfte der Wildschweinbestand wachsen, wenn sich die Schwarzkittel satte Fettpolster anfressen, bestätigt Hellbrügge: „Wenn ein gutes Eicheljahr ist, ist auch die Vermehrungsrate stärker.“

Von Gerhard Sternitzke

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