Bauausschuss diskutiert über Umgestaltungspläne der Sparkasse / Baubeginn im Oktober

Wie viel Rot verträgt Bienenbüttel?

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Die Sparkasse will ihre Filiale in Bienenbüttel modernisieren. Durch ein Tor und eine Verkleidung der Gebäudepfeiler in Sparkassen-Rot will das Kreditinstitut in der Bahnhofstraße besser wahrnehmbar sein.

Bienenbüttel. Irgendwann zückte Planer Dirk Overberg eine Farbtabelle. HKS 13 ist die genaue Bezeichnung für das charakteristische Rot der Sparkasse, und dieser Farbton, der irgendwo zwischen einem satten Rot und Orange liegt, soll zukünftig in Bienenbüttel deutlicher wahrnehmbar sein.

Die geplante Modernisierung der Filiale in der Bahnhofstraße – im Oktober sollen die Arbeiten beginnen – war jetzt Thema im Bauausschuss. Dort gab es Befürchtungen, dass die Umgestaltung das Ortsbild beeinträchtigen könnte.

„Man sieht, dass das Gebäude in der Straße nicht groß auffällt“, erklärte Overberg den Ausschussmitgliedern. Mit mehr Sparkassen-Rot im Straßenbild will der Innenarchitekt vom Göttinger Büro Kranz darfür sorgen, dass der Kunde das Kreditinstitut schneller wahrnimmt. Sein Entwurf zeigt deshalb rot verkleidete Pfeiler und ein rotes Tor für einen neuen, behindertengerechten Eingang in dem geschwungenen Anbau aus den neunziger Jahren. Dieser Bereich, in dem auch die Geldautomaten stehen werden, werde durch große Fenster einsehbar sein. Die Kunden hätten dort die Gelegenheit, einen Aufzug zu benutzen. Betroffen vom Farbkonzept sei nur das Erdgeschoss: „Alles andere, Dachgeschoss und Gauben, würde nicht verändert.“

Architekt Dirk Overberg.

„Das wird einen Aufschrei geben“, prophezeite beratendes Mitglied Matthias Kathmann angesichts des leuchtenden „Quietscherots“. Es harmoniere auch nicht mit den verschiedenen Ziegel-Farbtönen in der Fassade, fand Kathmann: „Wenn das zusammenpasst, haben Sie einen Sechser im Lotto gewonnen.“ Auch andere stießen sich daran: „Dass die Sparkasse investiert, finde ich klasse, aber die Vorderansicht mit den roten Platten findet nicht die Zustimmung unserer Gruppe“, machte Arnold Witthöft (SPD) deutlich. „In Lüneburg halten sich die Sparkassen zurück“, gab Reinhard Schelle-Grote (Grüne) zu bedenken.

„Wir haben absolutes Verständnis dafür, dass die Geschäfte wahrgenommen werden wollen“, gab sich Bürgermeister Dr. Merlin Franke diplomatischer. Er schlug deshalb vor, statt der Verkleidung der Stützen nur mit einem roten Band auf die Sparkasse aufmerksam zu machen. Overberg versprach, diesen Vorschlag prüfen zu lassen. Auch Udo Hinrichs (CDU) fand das vertretbar. Schließlich gehe es hier um einen Gewerbebau. „An die Volksbank haben wir uns auch gewöhnt.“

Franke drängte die Ausschussmitglieder zu dem Kompromiss: „Über Geschmack lässt sich streiten, aber rein rechtlich ist unsere Handhabe begrenzt.“ Denn im Rahmen der Baugenehmigung, für die der Landkreis zuständig ist, wird die Gemeinde nur am Rande um ihr Einverständnis gebeten. Im Bebauungsplan gibt es keine näheren Gestaltungsfestlegungen. Dem Vorschlag schloss sich der Ausschuss einstimmig an.

„Wir als Gemeinde sind hellauf begeistert, dass die Sparkasse in den Standort investiert“, sagte Franke. „Das bedeutet, dass es wirtschaftlich bergauf geht.“ Laut Overberg hatte das Geldinstitut auch ganz konkret einen Umzug an einen anderen Standort erwogen. Es habe sich in dem Bereich aber keine passende Immobilie gefunden.

Von Gerhard Sternitzke

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