Initiative „Hohnstorf 2011“ stellt Antrag auf Neuauslegung der Unterlagen für Planabschnitt 1

Verzögert Corona auch die A 39-Planungen?

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Viele Hohnstorfer machen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die geplante A 39. Auch durch die Corona-Krise sieht die Bürgerinitiative Hohnstorf 2011 nun die Möglichkeit für eine Neuauslegung der Unterlagen des ersten Planabschnitts.

Hohnstorf/Lüneburg – Die Corona-Pandemie macht auch vor großen Infrastrukturprojekten nicht Halt.

So mussten bereits Ende März die Erörterungstermine für den ersten Planabschnitt der A39, der von Lüneburg bis Barendorf reicht, abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Wann diese Termine nachgeholt werden können, steht noch nicht fest, erklärt Chefplanerin Annette Padberg von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg. Welche Auswirkungen diese Verschiebung auf das Gesamtprojekt A 39 hat, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Planungen laufen trotz Corona weiter

Im Hintergrund laufen die Arbeiten an allen Planabschnitten der Autobahn weiter, berichtet Padberg: „So werden zum Beispiel die Straßenplanung in den Abschnitten 3 bis 5 weitergeführt und die Maßnahmenplanungen in den einzelnen Abschnitten auf Grundlage ergänzender Kartierungen überprüft.“ Der zweite Abschnitt – von Barendorf bis Bad Bevensen – sei aus ihrer Sicht ohnehin nicht von den Erörterungen im Planabschnitt 1 betroffen, betont Padberg.

Hier widerspricht Matthias Sost, Ortsvorsteher von Hohnstorf und Teil der Bürgerinitiative (BI) Hohnstorf 2011: „Die Planungen des Abschnittes 1 haben bereits Einfluss auf den Abschnitt 2.“ Als Beispiele nennt er die Fixierung von Auffahrten oder das abschnittsübergreifende Vernetzungskonzept, „aus welchem sich auch negative Fakten für die spätere Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen ergeben“. Daher hat auch die BI bereits im Verfahren für den ersten Abschnitt Einwendungen eingereicht.

Die Hohnstorfer kritisieren seit Langem die Streckenführung im Abschnitt 2 der geplanten A 39 aus naturschutzfachlicher und landwirtschaftlicher Sicht. Probleme werfen demnach etwa die Parallellage zum Elbe-Seitenkanal sowie das „unzureichende Vernetzungskonzept“ im zweiten Planabschnitt auf.

Bürgerinitiative fordert Neuauslegung

Zudem kritisiert Matthias Sost, dass sich bei der Durchsicht der Planunterlagen nach der Beantwortung durch die Planungsbehörde gezeigt habe, dass diese in weiten Teilen geändert, beziehungsweise neu erstellt worden seien. „Dies erfordert unserer Meinung nach eine Neuauslegung“, erklärt Sost. Die jetzige Verschiebung aufgrund der Corona-Krise biete der Planfeststellungsbehörde die Möglichkeit, eine solche Neuauslegung einzuplanen. „Einen entsprechenden Antrag haben wir dort bereits eingereicht“, berichtet Sost, der noch einen weiteren Punkt anbringt.

Die Corona-Pandemie bedeute eine große Zäsur für Deutschland. Man werde genau überlegen müssen, welche Infrastrukturmaßnahmen wirtschaftlich überhaupt noch leistbar sind. „Durch die jetzigen Verzögerungen wird dann sicher die neugegründete Autobahn GmbH des Bundes federführend dafür verantwortlich sein“, meint Sost. Diese sehe er in der Pflicht, eine Neubewertung und Priorisierung vorzunehmen.

VON FLORIAN BEYE

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