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Verspätungen, Zugausfälle, überfüllte Waggons: Was sagen die Metronom-Fahrgäste?

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Von: Theresa Brand

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Bahnhof Bienenbüttel
Vom Bahnhof in Bienenbüttel fahren die Züge täglich Richtung Hamburg und Uelzen. Viele Pendler nutzen den Metronom, um zur Arbeit zu kommen. Doch das ist nicht immer einfach. © Lohmann, Lars

Wer mit dem Metronom nach Hamburg pendelt, braucht zur Zeit einen langen Atem und starke Nerven. Denn Baustellen, das 9-Euro-Ticket und Probleme bei der S-Bahn in Hamburg sorgen für Verspätung und Zugausfälle.

Bienenbüttel – Jochen Dormann pendelt seit 20 Jahren mit dem Zug nach Hamburg, mal von Lüneburg, mal vom Bahnhof in Bienenbüttel. „Früher war das auch immer okay, aber dieser Sommer ...“, sagt der Bargdorfer, der gestern um kurz nach 9 Uhr auf dem Bahnsteig in Bienenbüttel auf den Metronom wartet.

Da sei zum einen die Baustelle, doch die allein sei nicht das Schlimmste. Die „Katastrophe“, wie Dormann es nennt, beginne in Hamburg-Harburg. Grund für das Chaos dort sind die starken Einschränkungen beim S-Bahn-Verkehr nach einem Brand unter der Station „Elbbrücken“. Nun weichen viele Pendler auf den Metronom aus, der zu den Stoßzeiten generell gut gefüllt ist. Dazu kommt das 9-Euro-Ticket. „Mittlerweile steht die Bundespolizei in Harburg am Bahnhof und begrenzt den Zugang zu den Zügen“, erzählt Dormann kopfschüttelnd. Die Züge seien so voll – „umfallen kann man da nicht“.

Am Sonnabend machte sich das Chaos schon in Winsen bemerkbar: Laut Polizei strandeten rund 120 Bahnreisende dort am Bahnhof, da der erwartete Schienenersatzverkehr ausgefallen war. Erst nach über vier Stunden konnten die Reisenden ihre Fahrt fortsetzen.

Dormann geht aber davon aus, dass ab September alles wieder entspannter wird. „Wenn dann überhaupt noch genug Mitarbeiter beim Metronom sind“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bewundere das Personal dort.“ Neulich habe ihm ein Zugbegleiter erzählt, er sei froh, wenn er von einem Fahrgast mal nicht bepöbelt oder beschimpft werde, sondern jemand ein nettes Wort für ihn übrig habe.

Ein weiterer Reisender, der gestern früh im Bienenbütteler Bahnhof auf seinen Zug wartet, ist Herr Günther. Er ist früher regelmäßig mit dem Zug gependelt, doch nun, da er nicht mehr arbeiten muss, weil er im Ruhestand ist, fährt er eher selten mit dem Metronom. „Damals gab es regelmäßig Theater, aber mittlerweile ist das für mich nicht mehr so schlimm“, erzählt er.

Zusammen mit seiner Frau hat er sich das 9-Euro-Ticket geholt, um vor einiger Zeit an den Rhein zu fahren. Gestern geht es nun nach Schwerin, aber ohne Zeitdruck. Günther erinnert sich: „Das Problem als Pendler ist: Du hängst irgendwo fest und weißt nicht, wann und wie du nach Hause kommst“. Manchmal habe er sich mit anderen ein Taxi geteilt, wenn mit dem Zug wieder mal nichts mehr ging. Als Rentner sei die ganze Sache jetzt wesentlich entspannter.

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