Bienenbütteler fühlt sich vom Landkreis unzureichend informiert

Vergebliches Warten auf Glasfaser

In den sogenannten „weißen Flecken“ Bienenbüttels wurde das Glasfasernetz des Landkreises verlegt. Dass sein Haus nicht dazugehört, erfuhr Bernd Buckendahl erst im Dezember.
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In den sogenannten „weißen Flecken“ Bienenbüttels wurde das Glasfasernetz des Landkreises verlegt. Dass sein Haus nicht dazugehört, erfuhr Bernd Buckendahl erst im Dezember.

Bienenbüttel/Landkreis – Als die Vermarktung des Glasfasernetzes im Jahr 2017 in Bienenbüttel startete, war für Bernd Buckendahl klar, dass auch sein Haus an der Uelzener Straße an das Netz angeschlossen werden soll.

Und so unterschrieb Buckendahl wie viele andere auch einen Vorvertrag. Doch heute steht er ohne Anschluss dar.

Das Problem: Buckendahls Haus liegt, im Gegensatz zu anderen Gebäuden an der Uelzener Straße, in einem „schwarzen Fleck“, gilt also bereits als ausreichend versorgt und kann daher, wenn überhaupt, nur kostenpflichtig angeschlossen werden. Doch das erfuhr Buckendahl erst, als er im Dezember beim Kreis nachfragte.

„Die Dame vom Landkreis war sehr freundlich, aber ich hätte mir schon gewünscht, dass der Landkreis so etwas von selbst mitteilt. Irgendjemand muss ja die Verträge überprüft haben“, sagt Buckendahl. Er fühle sich schlecht informiert. Ihn ärgere vor allem, dass er in den zwei Jahren vergeblich gewartet habe. Wenn man feststelle, dass man einen Vertrag nicht erfüllen kann oder es Probleme gibt, müsse man das auch mitteilen. „Das gehört für mich zum normalen Geschäftsgebaren“, sagt Buckendahl.

In Erwartung des Glasfaseranschlusses hatte der Bienenbütteler schon vorbereitende Arbeiten an seinem Haus vorgenommen. So wie es jetzt aussieht, waren diese wohl vergeblich. „Ich könnte mir den Glasfaseranschluss auch für mindestens 1500 Euro verlegen lassen, aber da warte ich lieber noch ab“, sagt er.

Als Konsequenz habe er sich jetzt auf eine Interessentenliste der Telekom setzen lassen, um einen schnelleren Internetanschluss zu bekommen. Zudem rät Buckendahl in Sachen Glasfaseranschluss: „Im Zweifel beim Kreis nachfragen, sonst kann es einem wie mir ergehen.“

Der Landkreis teilt auf AZ-Anfrage mit, dass es grundsätzlich keine Aufträge gebe, bei denen erst im Nachhinein festgestellt wurde, dass sich das Objekt in einem „schwarzen Fleck“ befindet. Den Bürgern sei im Zuge der Vermarktung ein Verfügbar- keitscheck vom Kreis zur Verfügung gestellt worden. Bisher sei man daher davon ausgegangen, dass den Kunden in „schwarzen Flecken“ bewusst sei, dass ein Vertrag eine Interessenbekundung für ein späteres kostenpflichtigen Ausbauangebot durch die Lünecom sei. Darauf habe man auch in den Infoveranstaltungen immer wieder hingewiesen. „Deshalb haben Lünecom und Landkreis die Problematik bisher gar nicht gesehen“, erklärt Kreissprecher Martin Theine.

Als Konsequenz aus der Problematik wurden laut Theine beide Kundenhotlines bereits sensibilisiert, um zukünftige Kundenanfragen entsprechend zu prüfen und aufzuklären. Auch im Glasfaser-Newsletter und bei den FAQs, also der Übersicht der häufig gestellten Fragen, werde der Landkreis die Problematik kurzfristig aufnehmen, kündigt Theine an.

VON LARS LOHMANN

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