Peta-Petition gegen Totschlagfallen

Verbot von Tellereisen gefordert: Verzicht im Kreis Uelzen möglich

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Für die Jagd auf Waschbären und andere Predatoren wird laut Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge die Lebendfalle benötigt. Mit einem von der Organisation Peta geforderten Verbot von Totschlagfallen kann er leben.

Bornsen/Landkreis – Die Tierschutzorganisation Peta fordert in einer bundesweiten Petition, die Jagd mit sogenannten Totschlagfallen bundesweit zu verbieten.

Bisher ist diese Jagdmethode unter anderem in Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen verboten, in den anderen Bundesländern wie Niedersachsen aber erlaubt.

Heinrich Hellbrügge, Kreisjägermeister.

Die Jagd mit Totschlagfallen ist laut Peta qualvoll für die Tiere. So würden diese mit Tellereisen häufig nicht sofort getötet, sondern würden einen langsamen und qualvollen Tod erleiden, erklärt Peta. Auch die Jagd mit Lebendfallen sei generell nicht mit dem Tierschutz vereinbar. Die Petition haben mehr als 53 000 Menschen online unterschrieben.

„Wir können auf Totschlagfallen verzichten“, sagt Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge auf Nachfrage der AZ. Die Nutzung sei in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen und werde fast nur noch für die Jagd auf Marder genutzt. Laut dem Bornser werden dabei Fangbunker genutzt, sodass nur Tiere einer bestimmten Größe zur Falle gelangen können. Es bestehe aber auch das Risiko, dass kleine Tiere wie Katzen in die Fallen geraten. Daher könne man aus seiner Sicht auf diese Fangmethode einfach verzichten.

Anders stellt es sich für Hellbrügge bei den Lebendfallen dar. „Wir brauchen diese Fallen, um Waschbär, Marderhund, Fuchs und andere Predatoren zu kontrollieren“, betont Hellbrügge. Der Waschbär sei ein sehr scheues Wesen und zeige sich meist nur, wenn er sich unbeobachtet fühle. Es sei fast unmöglich, ihn mit einer anderen Methode zu jagen. Eine Bejagung der Predatoren sei auch wichtig, um Bodenbrüter zu schützen. Auch für die Jagd auf Nutrias sei die Lebendfalle sehr wichtig, meint der Kreisjägermeister.

„Wir wollen dem Wildtier keine zusätzlichen Qualen bereiten“, sagt Hellbrügge. Daher seien die Lebendfallen mit einer Abdunkelung versehen, sodass das Tier nicht merke, dass es überhaupt in einer Falle sitzt. Außerdem seien moderne Fallen mit Sensoren und Kameras ausgestattet. „So kann der Jäger sofort reagieren“, erklärt Hellbrügge. Die Falle werde auch regelmäßig vom Jäger kontrolliert. Je nach Art der Falle müsse dies ein- bis zweimal pro Tag geschehen.

VON LARS LOHMANN

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