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Vastorfer und Bleckeder nehmen im März an Autorallye „Dresden-Dakar-Banjul“ teil

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Von: Jannis Wiepcke

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Rallyemobil Trude
Mit dem aufgehübschte Postmobil „Trude“ nehmen Patrick Hartig aus Vastorf (im Bild) und Marco Porip aus Bleckede an der Wohltätigkeitsrallye „Dresden-Dakar-Banjul“ teil. © Privat

Patrick Hartig aus Vastorf und Marcus Porip aus Bleckede nehmen an einer Rallye teil, die sie bis nach Gambia führt. Die beiden fahren rund 7200 Kilometer und leben damit auch den Traum eines Bienenbüttelers. 

Bienenbüttel/Vastorf - Es soll der Trip ihres Lebens werden: Die beiden Freunde Patrick Hartig aus Vastorf und Marcus Porip aus Bleckede gehen im März als „Team Schietbüdel“ bei der Rallye „Dresden-Dakar-Banjul“ an den Start. In einem aufgehübschten Postauto werden die beiden rund 7200 Kilometer zurücklegen – vom sächsischen „Elbflorenz“ bis in die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Gambia. Marcus Porip hält dabei den Traum von Patrick Hartig und Karsten Schulz aus Bienenbüttel am Leben, der seine Teilnahme krankheitsbedingt leider absagen musste. Zusammen wollen sie die große weite Welt erkunden und dabei auch noch Gutes bewirken.

Wenn alles nach Plan läuft, werden sich der Polizist Hartig und der gelernte Dachdecker Porip am 5. März mit ihrem gelben Postauto, das auf den Namen „Trude“ getauft wurde, auf den Weg nach Banjul machen. Die Strecke führt sie zunächst durch Deutschland, Frankreich, und Spanien, von wo aus es mit der Fähre von Gibraltar nach Afrika geht – hinter der Fährverbindung steht zurzeit allerdings noch ein Fragezeichen, da Marokko seine Grenzen geschlossen hat. Sollte der Starttermin deshalb nicht einzuhalten sein, wurde seitens der Rallye-Leitung ein Ersatztermin für den 16. April festgelegt.

In Afrika angekommen verläuft die Route durch Marokko, Mauretanien und den Senegal und endet schließlich in der Hauptstadt Gambias. Dort angekommen, werden die Fahrzeuge aller Teilnehmer unter staatlicher Aufsicht an Einheimische versteigert. Der Post-Bulli soll Kleinunternehmern zu Gute kommen, die mit dem Warenhandel ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Zusätzlich unterstützen Hartig und Porip die hilfsbedürftigen Gambier mit Sachspenden, die sie zurzeit bei Sponsoren und Freiwilligen in den Landkreisen Uelzen und Lüneburg einsammeln.

„Wir haben wirklich gedacht, wir träumen“, berichtet Hartig von einer überwältigenden Welle der Hilfsbereitschaft, die den Freunden während der Planung des Projekts entgegenschlug. Neben mehreren Geldspenden im drei- und vierstelligen Bereich, mit denen unter anderem der Kauf des ausgedienten Postautos realisiert werden konnte, wurden ihnen Spielsachen, Buntstifte und sogar ganze Trikotsätze für die Einwohner der Fußballnation überreicht. Für die Verpflegung kommen die beiden Freunde jedoch selbst auf, zudem müssen sie jeweils mehrere Wochen unbezahlten Urlaub nehmen.

Dass sie finanziell etwas zurückstecken müssen, spielt laut Patrick Hartig jedoch kaum eine Rolle: „Wir machen das wirklich gerne. Es freut uns, dass wir dort einen großen Beitrag leisten“. Der Polizist verweist in diesem Zusammenhang auch auf die finanzielle Notsituation, in der sich die Hilfsorganisation befindet, die die Rallye austrägt.

Deutlich mehr Sorgen bereite Hartig zurzeit die Corona-Pandemie. Im Infektionsfall würde ihm die Teilnahme verwehrt bleiben, weshalb er seine Vorsichtsmaßnahmen verschärft hat: „Man ist mittlerweile wirklich aufgeregt und testet sich jeden Tag“, erklärt der Vastorfer. „Wir gehen überhaupt kein Risiko mehr ein.“ Auch den Kontakt zu anderen Menschen haben Patrick Hartig und Marcus Porip reduziert – sie üben damit schon einmal für den Ernstfall, denn während der Rallye werden sie einen ganzen Monat von ihren Familien getrennt sein.

Mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern kann der Vastorfer dann lediglich über die sozialen Medien Kontakt halten, was ihm zufolge dank vorhandenem 5G-Standard in einigen Ländern sogar besser funktionieren soll als in Deutschland. Als Außnahme sei jedoch Mauretanien zu nennen: „Da kann es passieren, dass man sechs Tage verschollen ist“, blickt der Abenteurer voraus. Seine Erlebnisse will das „Team Schietbüdel“ in einem Reisetagebuch mit Fotos und Berichten festhalten.

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