An der Leuphana Universität Lüneburg werden Zukunftsvisionen für das Jahr 2025 entwickelt

Utopien für den digitalen Umbruch

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Der Philosoph Richard David Precht will mit Studenten und Bürgern an der Leuphana Universität Lüneburg Utopien für die Zukunft entwickeln.

Lüneburg. Wie stehen die Aussichten, den digitalen Epochenumbruch in eine demokratische Gelegenheit zu verwandeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine hochkarätig besetzte Utopie-Konferenz an der Leuphana Universität Lüneburg unter Leitung des bekannten Philosophen Richard David Precht.

Das Ziel der dreitägigen Veranstaltung: Gemeinsam mit Bürgern und Studenten Zukunftspfade ausleuchten und eine Zukunftsvision für 2025 entwickeln. Die Utopie-Konferenz findet von Montag, 20. , bis Mittwoch, 22. August, im von Daniel Libeskind entworfenen Zentralgebäude der Universität statt.

„Wir leben in der Zeit eines großen gesellschaftlichen Umbruchs“, sagt Precht in einem Video zur Konferenz. Er habe das Gefühl, dass dieser Umbruch noch nicht bei allen Spitzenpolitikern angekommen sei. Dabei sei es die größte gesellschaftliche Veränderung seit der zweiten Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Solche Änderungen hätten aber auch immer zu gesellschaftlichen Umwälzungen geführt und diese gelte es jetzt, als demokratische Gelegenheit zu gestalten.

„Verglichen mit dem was jetzt auf uns zukommt, war 1968 das Umdekorieren der Handtücher auf den Liegestühlen“, sagt der Philosoph. Es sollten konkrete Zukunftsvisionen für ein demokratisches Zusammenleben, demokratiepolitischen Mut und Alternativen zur Wachstumsgesellschaft entworfen werden. „Es soll nicht darum gehen, dass Leute sich austauschen und einmal darüber geredet haben, sondern es geht darum, den Studenten klarzumachen, welche Möglichkeiten sie haben, die Zukunft zu gestalten.“

Neben 300 Studenten und Bürgern nehmen unter anderen auch der bekannte Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele und der frühere WikiLeaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg an der Veranstaltung teil.

Man wolle visionären Skeptikern und kritischen Optimisten, die nach einer veränderten Praxis suchen, einen Raum zur Diskussion bieten, heißt es von Seiten der Leuphana Universität.

Ein Teil der Veranstaltung wird Live im Internet übertragen. So auch eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wider die Ohnmacht – utopisch Handeln“ an der unter anderem der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ströbele teilnimmt. Sie findet am Montag von 20.15 bis 21:45 Uhr statt. Und auch die Auftaktdebatte wird am Montag zwischen 14.45 und 16 Uhr übertragen.

Weitere Informationen gibt es unter www.leuphana.de/utopie. Dort können sich Interessierte Studenten und Bürger auch noch um die wenigen restlichen Plätze bewerben.

Von Lars Lohmann

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