Von Ghost Rider und Kalebasse

Uta Kaltenbach vom Gärtnerhof in Neu-Steddorf erklärt die bunte Welt der Kürbisse

Uta Kaltenbach hält einen Kalebassenkürbis in der Hand, in Körben liegen andere Kürbissorten
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Wird der Flaschenkürbis Kalebasse lang genug getrocknet, wird er hart wie Holz. Damit eignet er sich gut, um daraus eine Leuchte zu machen.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Neu-Steddorf – Heute ist Halloween. Auch in diesem Jahr werden wohl wieder viele Menschen Kürbisse in den Garten stellen, oft auch mit einer Leuchte im ausgehöhlten Inneren und mit einer geschnitzten Fratze versehen.

Bei Kürbissen ist man bei Uta Kaltenbach vom Gärtnerhof in Neu-Steddorf an der richtigen Adresse. Sechs verschiedene Sorten in allerlei Farben und Formen baut sie an. Trotz ihres unterschiedlichen Aussehens werden alle Kürbissorten zusammen angebaut. „Die sind alle auf einem Feld“, erklärt Kaltenbach. „Kürbisse sind eine Pflanzenfamilie, und innerhalb gibt es verschiedene Gattungen.“ So bilde zum Beispiel der Hokkaido meterlange Ranken, während andere Sorten kompakter seien.

Ein Kürbis, wie aus Holz

Der typische, große, orange Halloween-Kürbis – der tatsächlich so heißt, aber auch Ghost Rider genannt wird – fehlt zwar in Kaltenbachs Repertoire. Dafür kann die Gärtnerin eine andere Kürbissorte präsentieren, die ebenfalls perfekt für eine Laterne geeignet ist. „Wir haben aus Spaß Kalebasse angebaut“, sagt Kaltenbach. Wird diese Sorte lang genug getrocknet, ist sie im Prinzip ewig haltbar. „Der ist dann wie Holz“, sagt Kaltenbach. Und tatsächlich klingt das Klopfen auf den Kürbis sehr hölzern. So könne man aus Kalebassen auch das Musikinstrument Regenmacher, fertigen. Wird diese aus Afrika und Asien stammende Kürbissorte beispielsweise an einem Balkon angebaut, wo sie gerade nach unten wachsen kann, kann man den Kürbis später als langen Stab ernten.

Ursprünglich kommt der Brauch, Halloween zu feiern, von den Kelten in Irland, wie auch Kaltenbach weiß. „Die haben schon Rüben genutzt und daraus Leuchten geschnitzt.“ Auswanderer nahmen den Brauch schließlich mit in die USA, wo leichter zu bearbeitende Kürbisse anstatt von Rüben verwendet wurden.

Der Kürbis mag die Wärme

Denn der Kürbis ist eine amerikanische Frucht. „Er kommt eigentlich aus wärmeren Zonen“, weiß Kaltenbach. Deshalb hat sie ihre Kürbisse auch schon geerntet, um sie vor zu viel Kälte zu schützen. So benötige zum Beispiel der Moschuskürbis viel Wärme. Es sei aber nicht schlimm, diese Sorte frühzeitig zu ernten, da sie im Lager auch noch nachreife. Zwei bis drei Tonnen hat Kaltenbach insgesamt in diesem Jahr von ihrem Kürbisfeld geerntet – eine durchschnittliche Ausbeute.

Für den Verzehr beliebt sei hierzulande vor allem der Hokkaido, sagt Kaltenbach, eine japanische, eigentlich grüne Sorte. Durch Züchtung entstand die heute bekannte und beliebte orange Farbe, wobei die grüne Variante etwas nussiger schmeckt als die Züchtung in Orange. Zum ersten Mal hat Kaltenbach in diesem Jahr außerdem den Trombetta di Albenga angebaut, dessen langer Stiel komplett verwertbar ist. Diese Sorte wird auch Trompetenzucchini genannt, doch Kaltenbach betont: „Das ist ein Kürbis.“

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